ausgelegt wurde, nämlich bei deren Anleihen unter pari Schuld- scheine über grössere Beträge ausstellen liessen, als sie wirklich von den Gläubigern erhalten hatten.
Luther hat seine Schriften mit Citaten aus der Bibel durchwebt, und beginnt auch hier mit Anziehung von Röm. 13. 12:»»So lasset uns ablegen die Werke der Finsternis, und anlegen die Waffen des Lichts««,»denn es ist eyn helles liecht, das aller welt leucht, und leret, wie böse die werck der welt sind, und zeyget die rechte werck, so man gegen Gott und den nehisten vben soll.« Er meint unter den Kaufleuten hätten manche erkannt,»dass unter ihrem Handel manch böser Griff und schädliche Finanze im Brauche seind», und Jesus Sirach's Aussage(27. 28)»»Ein Kaufmann kann sich schwerlich hüten vor Unrecht, und ein Krämer vor Sünden,«« sei wohl richtig, ebenso 1 Tim. 6. 9 und 10.»»Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke;««»»Geiz ist die Wurzel alles Uebels.«« Luther meint zwar, sein Schreiben werde nutzlos sein, denn die Misstände seien zu weit eingerissen in allen Landen, und wer das Evangelium verstehe, könne selbst urtheilen, was billig und unbillig, allein er sei»ermanet und ge- beten solche fynanze zu rüren, und etliche an den tag zu bringen, ob yhe der haufe nicht recht wolle, dass doch etliche, wie wenig auch derselben sei, aus dem schlund und rachen des geyzes er- löset werden.« Es gebe doch am Ende noch Kauffeute, die lieber mit Gott arm, als mit dem Teufel reich sein wollten.
Kaufen und Verkaufen fährt er fort, sei nothwendig, das lasse sich nicht leugnen, namentlich in nothwendigen Dingen, und auch die Patriarchen hätten Vieh, Wolle, Getreide, Butter, Milch und andere Güter gekauft und verkauft, alles wären Gaben Gottes, die er unter die Menschen vertheile. Aber der Handel mit Kalikut und Indien solle von Regierung und Fürsten nicht gestattet werden, denn kostbare Seiden- und Goldstoffe, sowie Gewürze wären nur Dinge zur Pracht und ohne Nutzen, dadurch würde dem Lande das Geld entzogen, die Zeit werde kommen, wo eintretende Verarmung dem ein Ziel setze.
Die Deutschen machten alle Welt reich durch Hingabe von Gold und Silber und blieben selbst Bettler; England würde weniger Geld haben, wenn Deutschland ihm sein Tuch liesse, und der König von Portugal, wenn man ihm seine Gewürze nicht abnehme.»Rechen du«, fährt er fort»wie viel gellts eyne Messe zu Franckfurt aus deutschem Land gefurt wird on nott vnd vrsache, so wirst du


