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Am 21. October wurde der Unterricht ausgesetzt, um den Schülern die Freude zu gewähren, Se. Majestät den Kaiser und König bei Allerhöchstdessen Fahrt vom hiesigen Bahnhof nach Schloss Philippsruhe sowie später durch die Stadt sehen und begrüssen zu können.
Durch Verf. Kgl. Prov. Schulc. vom 26. October wurde der Schulamts-Kandidat Wilhelm Forcke dem hiesigen Gymnasium zur Ableistung des Probejahres zugewiesen. Derselbe trat in seine
hiesige Stellung am 30. ej. ein. wilhelm Forcke, gehoren am 28. April 1854 zu Lauenbruch bei Harburg, besuchte von Joh. 1867 an das Gymnasium zu Hameln, von wo er Ostern 1874 mit dem Zeugnis der Reife entlassen wurde. Von Ostern 1874—77 studierte er in Göttingen Philologie, besonders die neueren Sprachen, hielt sich von Ostern 1877 bis Mich. 1878 in der französischen Schweiz und in England auf, kehrte dann zur Universität Göttingen zurück, um sich zunächst bis Ostern 1879 der schriftlichen Prüfung pro fac. doc. zu unterziehen. Wahrend er dann bis Mich. ej. eine Stelle als Hauslehrer bekleidete, absolvierte er auch die mündliche Prüfung, worauf er in seine gegenwärtige Stellung als Erzieher des jüngsten Sohnes Sr. Königl. Hoheit des Landgrafen Friedrich von Hessen eintrat. Am 31. October begingen Lehrer und Schüler gemeinsam die Feier des heiligen Abendmahls.
Am 1. December fiel gemäss Verf. Kgl. Prov. Schulc. vom 21. October wegen der allgemeinen Volkszählung der Unterricht aus.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 22. December bis 5. Januar.
Am 17. März wurde unter dem Vorsitze des mit der Vertretung des Kgl. Commissarius be- auftragten unterzeichneten Direktors die mündliche Prüfung der Abiturienten vom Winterhalbjahr 1880— 81 vorgenommen, nachdem die schriftliche Prüfung vom 21. bis 25. Februar stattgefunden hatte.
Am 22. März fand in der Aula des Gymnasiums die Feier des hohen Geburtsfestes Sr. Maje- stät des Kaisers und Königs statt. Die Festrede hielt Gymnasiallehrer Dr. Wolff.
Mit dem Schlusse des Schuljahrs wird der Oberlehrer Dr. Friedrich Heussner, welcher erst seit Michaelis 1878 unserer Anstalt angehört(s. Progr. von 1879 pag. 67), aus seiner hiesigen Stellung scheiden, um einem ehrenvollen Rufe als Direktor des Grossh. Oldenburgischen Gymnasiums zu Eutin zu folgen. In der Verfügung, durch welche Kgl. Prov. Schulc. demselben die seitens des Herrn Ministers der geistl. etc. Angelegenheiten erfolgte Genehmigung der Entlassung aus dem preussischen Schuldienste mitteilte, sprach ihm dasselbe seine Anerkennung und seinen Dank für die den Gymnasien der Provinz Hessen-Nassau geleisteten Dienste aus.
Das Jubiläã umsstipendium Abt. I bezog wie bisher der Ober-Primaner Heinrich Schilling; das der Abt. II, welches zu Ostern v. J. durch den Abgang des bisherigen Inhabers erledigt wurde, erhielt mit der statuten- mässig erforderlichen Zustimmung des hiesigen Stadtrats der Ober-Sekundaner Adam Meyenschein.
Mit dem besten Danke erwähne ich folgende Gaben, die dem Gymnasium iu Laufe des Schuljahres zu Teil geworden sind:
1) Vom Königl. Ministerium der geistlichen etc. Angelegenheiten zu Berlin: Jahrbücher des Vereins von Freunden der Altertumswissenschaft in den Rheinlanden, Heft 68 und 69.
2) Vom Kgl. Prov. Schulcollegium: Verordnungen über die Ergänzung der Offiziere des Friedensstandes etc Dehn-Rotfelser u. Lotz, die Baudenkmäler im Reg.-Bez. Kassel. Lotz, die Baudenkmäler im Reg Bez. Wiesbaden. Napp, die argentinische Republik.


