Aufsatz 
Johann Reinhold Forsters Bemerkungen auf seiner Reise um die Welt / Johann Rittau
Entstehung
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Eine weitere, eingehende Beschreibung widmet Forster den heissen Quellen und Solfataren der Insel Tanna, einer der neuen Hebriden. Die heissen Quellen finden sich teils dicht am Meeresufer, so dass die Wellen bei hoher Flut darüber hinwegspülen können, teils weiter landeinwärts am sandigen Strande. Die Temperatur des Wassers in den ersteren Quellen ist nach Forsters Beobachtungen bei hoher Flut 191° F.= 88,33⁰° C., zur Ebbezeit nur 187⁰0 F.= 88,11⁰° C. Dabei ist das Wasser hell und klar, ohne besonderen Nachgeschmack,jedoch, fügt Forster hinzu,fast unmerklich zusammenziehend. Neuere Beobachter haben diese heisse Quellen als mineralhaltig kon- statiert¹). Von hier aus ziehen sich nach dem in der Nähe gelegenen thätigen Vulkane Yasowa eine Reihe von Solfataren hin, in denen Forster bei freier Luft eine Wärme von 170⁰ F.= 76,67⁰ C.

bemerkte, während das Thermometer im Schatten 800 P.= 26,67⁰ C. zeigte. Ein anderes Mal steckte Forster das Thermometer in die ffnung einer Solfatare und verschüttete sie mit lockerer Erde, worauf das Thermometer bis auf 2100 F.= 98,89⁰° C. stieg. Die heissen Quellen und Solfataren

existieren heute noch ebenso wie der in der Nähe befindliche thätige Vulkan. Genauere Beobachtungen über die Bestandteile, die Wärme und den Zusammenhang der Quellen mit den Solfataren und dem Vulkan fehlen²), mit Recht jedoch vermutet Forster?),dass in unterirdischen Gängen, welche von dem Vulkane glühend heiss werden, irgend ein fliessendes Wasser in Dünste zerteilt wird und in dieser Gestalt teils durch Felsen und Erde hindurch einen Ausweg sucht, teils aber wieder in kühleren Höhlen sich sammelt und jene heissen Quellen bildet, welche am Meeresstrande noch fast kochend hervorsprudeln. Vielleicht stehen diese Gänge selbst in Verbindung mit dem Krater des Vulkans, da jedesmal die Dünste aus den Solfataren heftiger emporsteigen, so oft die Rauchwolke nebst glühender Asche und grossen Felsenstücken aus dem Vulkan in die Höhe geschnellt werden. Unter den stehenden Gewässern der Insel erwähnt Forster einen kleinen Teich nahe bei dem Strande, welcher mit einigen Sümpfen in Verbindung steht und nach Forsters Vermutung durch Regengüsse in der nassen Jahreszeit entstanden ist. Höchst wahrscheinlich ist mit diesem stehenden Wasser die weite und sumpfige Niederung zu identificieren, welche sich heute an der Ostküste vom kleinen Hafen Erupabo(Cooks Resolution) aus weit in die Berge hinein zieht).

Auch die Vermutung Forsters, dass sich auf den Freundschaftsinseln(Tonga-Archipel) wegen der niedrigen Höhen keine Quellen finden, hat sich bestätigt; die Einwohner müssen sich jetzt wie damals mit Regenwasser behelfen, welches sich in Teichen und Brunnen ansammelté).

Infolge der sorgfältigen Beobachtungen hat auch bereits Forster den eigentümlichen See auf Namoka(Namuka) entdeckt, welcher, obwohl im Innern gelegen, doch salziges Wasser enthält. Seine Ufer umgeben heute wie früher sanfte Hügel, anmutige Wälder und schöne Gebüsches).Diese schwimmenden Baumgruppen, das Manglasgebüsch, welches sich um die Ufer des Seees schlingt, die sanften Hügel um ihn her, die unzähligen Enten, die sich hier aufhalten, machen zusammen eine schöne, romantische Gegend aus).

¹) Meinicke a. a. O. Bd. I. p. 192. Vergl. auch Forster a. a. 0. p. 42. ²) Meinicke a. a. O. Bd. I. p. 192.

³) Forster a. a. O. p. 39. 40.

) Meinicke a. a. O. Bd. I. p. 192.

⁵³) Meinicke a. a. O. Bd. II. p. 63.

²) Meinicke a. a. O. Bd. II. p. 67.

²) Forster a. a. O. p. 41.