Aufsatz 
Johann Reinhold Forsters Bemerkungen auf seiner Reise um die Welt / Johann Rittau
Entstehung
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Seine Wanderung beginnt Forster bei den Gesellschaftsinseln, die, wie schon ihre reiche Vegetation zeigt, viele reiche Quellen besitzen müssen. Besonders hebt er eine Quelle auf der grössten der Gesellschaftsinseln, auf Raiatea(Raietea) hervor, deren farbenreiche Schilderung ich hier nicht übergehen will¹):Die Nymphe des Quells in Raietea darf sich immerhin mit der Bandusischen messen. Ihrer Silberquelle hatte die ländliche Einfalt ein schönes Behältnis, mit rohen Steinen eingefasst, zum sichern Aufenthalte gemacht. Blumenreiche Stauden umkränzten den ehrwürdiggrauen Felsen, dem sie entfloss, und dickbelaubte Bäume zogen kühle Schatten rings um sie her. Die Anmut einer Gegend, wo ein klaren Bach zwischen Ufern von lebendigem Grün aus jenem Behäalter strömte, lud oft den fremden Wanderer unter diesem heissen Himmel in das Bad, und das Gefühl verjüngter Kraft, womit er jedesmal wieder aufstieg, und die Erinnerung an Felsenhöhen, durch diese Stärkung erklommen, an brennende Mittagshitze, durch sie überwunden, werde hier der wohlthätigen Quelle zum bleibenden Denkmal!

Einige Seiten weiter²) kommt Forster wieder auf die Gesellschaftsinseln zu sprechen, speciell auf Huahine(Huaheine), die östlichste der Inseln unter dem Winde: An der Norqdspitze dieser Insel liegen nach Forsters Angabe zwei beträchtliche Salzseeen mit überaus schlam- migem Grunde, sie sind flach, ganz vom Lande eingeschlossen, und ein unerträglicher Gestank steigt aus ihnen auf. Ganz dasselbe erzählt von ihnen der jüngere Forster²). Neuere Reisende aber haben hier an der Nordspitze nur einen See gefunden, den die Eingeborenen Maéwa nennen, auch enthält er kein stinkendes, schlammiges Wasser, im Gegenteil er ist sehr anmutig und schön. Meinicke bemerkt dazu¹):Es ist schwer, in dem Becken mit schlam- migem, stinkenden Wasser, das Forster erwähnt, den von Ellis so anmutig geschilderten See Matwa wieder zu erkennen; dennoch sind beide gewiss identisch. Ich stimme Meinicke im letzteren Punkte bei, die Veränderung aber ist meiner Ansicht nach nicht so schwer zu erklären: Wie Forster selbst angiebt, waren zu seiner Zeit die beiden Seeenganz in Land eingeschlossen, der heutige See Maéwa aber steht durch einen schmalen Kanal mit dem Meere in Verbindung). Was ist daher natür- licher als anzunehmen, dass im Laufe eines Jahrhunderts die Insel sich gesenkt hat und dadurch der verbindende Kanal entstanden ist, dass das eindringende Meerwasser die beiden Becken zu einem See vereinigte, das stagnierende, stinkende Wasser und den schlammigen Grund mit sich riss und den einst unangenehmen und ungesunden See in einen schönen und anmutigen umschuf? Dass aber meine Annahme auch richtig ist, zeigt uns deutlich dieselbe Insel: Sie besteht eigentlich aus zwei getrennten Inseln; zu Cooks Zeiten waren diese beiden Teile noch durch einen schmalen Isthmus mit einander verbunden, der nur bei hoher Flut vom Meere überschwemmt wurde. Durch allmähliche Senkung des Bodens ist aber heute der Isthmus verschwunden und hier ein für Boote fahrbarer Kanal ent- standen, wie Meinicke selbst angiebté).

¹) Forster a. a. O. p. 35.

²) Forster a. a. O. p. 41.

³) G. Forster, Reise um die Welt etc. Bd. I. p. 288 f. und Bd. II. p. 90.

) Meinicke a. a. O. Bd. II. p. 427, Anmerkung 13.

) Meinicke a. a. O. Bd. II. p. 160.

) Meinicke a. a. O. Bd. II. p. 161. Zugleich haben wir hier einen faktischen Beweis dafür, dass die Gesellschafts- inseln jetzt im Sinken begriffen sind und nicht ruhen. Vgl. dagegen Peschel, Probleme. 3. Aufl. p. 104 f. und Peschel-

Leipoldt a. a. O. p. 365, wo das allmähliche Sinken der Gesellschaftsinseln zwar nicht bezweifelt wird, aber noch jedes Beweises entbehrt.