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Richtung ihre mechanische Kraft vermindert. Zweitens erhitzen die von den Ungleichheiten des Erdbodens abprallenden Strahlen, die sich auf verschiedene Art durchkreuzen, den Dunstkreis nahe an der Erdfläche mehr als in der Höhe. Endlich drittens ist nach den Gesetzen der Schwere die Luft je näher am Erdboden, je dicker, mithin mit Dünsten reichlicher beladen, welche die ihnen mitgeteilte Hitze länger in sich halten können“.— Der an erster Stelle angeführte Grund geht auf die bereits vor Forster bekannte Thatsache hinaus, dass die Schneegrenze von den Klimaten und Jahreszeiten abhängig ist. Der zweite und dritte Punkt ist mit der ebenfalls vor Forster bekannten Thatsache identisch, dass die Temperatur mit der Höhe des Ortes abnimmt einerseits wegen der Verminderung der Strahlenbrechung, andererseits wegen der abnehmenden Dichtigkeit der Luft. Indessen ist damit die Schneegrenze noch nicht scharf genug bestimmt, erst L. v. Buch und Alex. v. Humboldt haben uns gelehrt, dass die Schneegrenze abhängig ist von der örtlichen Sommerwärme und der Mächtigkeit der winterlichen Schneemengen.
Fünfter Abschnitt.
Entstehung des Erdreichs.
Veranlasst durch die Beobachtungen in den auf der Reise um die Welt berührten und in Bezug auf ihre Physiognomie oft grundverschiedenen Ländern, behandelt Forster unter obiger Aufschrift die allmähliche Entstehung eines für die Vegetation tauglichen Bodens¹):„Todesstille, Unfruchtbarkeit und Schrecken der Verwüstung herrschen, wo nur Mineralien nackt und unbekleidet liegen. Der geringste Zusatz von Kräutern belebt schon eine Gegend; unbeholfene Seehunde, so träg und schläfrig sie auch sind, und Pinguine, wie sie schwerfällig wankend einhergehen, sind doch bewegliche Bilder, die schon einigermassen den Zuschauer mit Leben erfreuen. Wo aber der Boden in seinem vielfarbigen Pflanzenkleide prangt, wo alles von Vögeln und anderen Tierarten wimmelt, da steigt der Gedanke zu den Lebenskräften empor und wagt den kühnen Flug hinauf zu ihrem allgewaltigen Herrn!— „Kein Erdenstäubchen“, fährt Forster, ins einzelne eingehend, mit eben so schönen Worten fort, „sScheint auf den wilden Felsen des Sandwichlands zu ruhen, keine Spur von Gewächsen lässt sich dort erblicken. Eine unermessliche Last bleibenden Sehnees drückt seine öden Scheren gleichsam mit dem Fluche der Natur, und alles ist von immerwährenden Nebeln in Finsternis gehüllt.“„Pars mundi damnata a rerum natura et aeterna mersa caligine“, ruft Georg Forster mit Plinius aus in Erinnerung an diese antarktischen Gegenden.
An PForsters Hand wandern wir weiter nach Südgeorgien, das, obwohl noch grösstenteils von gefrorenen Schneemassen umhüllt, doch schon die ersten Ansätze einer Vegetation zeigt.„Zweien Felsen in der Possessionsbai“, sagt Forster²),„mit dünnem Erdreich überzogen und mit Pflanzen sparsam bestreut, zeigten uns dort das erste Wirken der schöpferischen Natur.“
Von hier gelangen wir westlich an die südlichsten Ausläufer Amerikas, nach Staatenland und Feuerland. Steile Felsenzacken, weisse Schneekegel, blaue Gletscher krönen wohl noch die hoch aufragenden Bergketten, doch unten am Fuss der Berge gewahrt man regeres, vegetabiles Leben: „In den Klüften und Spaltungen dieser aufgetürmten Felsenhaufen“, sagt Forsters),—„da entstehen
³) Forster a. a. O. p. 29.— Vgl. auch Charles Darwin, Naturwissenschaftliche Reisen. Bd. I. p. 267ff. ⁴) Forster a. a. O. p. 29. 5⁵) Forster a. a. O. p. 20.
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