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erfundenes Verfahren an: Mit Berücksichtigung der Polhöhe und Schneegrenze bekannter Höhen und Vergleichung derselben mit der Polhöhe und ungefähren Abschätzung der Schneelinie des Mount Egmont fand er für letzteren eine Höhe von 4920 Yards oder 14720 engl. Fuss d. i. 4498,77 m, eine Höhe ffreilich, welche fast um das Doppelte zu hoch geschätzt ist(8270 engl. Fuss= 2520,65 m Hochstetter, 2522 m. Stokes, 2694 m Dieffenbach). Indessen ist zu berück- sichtigen, dass Forster die Schneegrenze Südfrankreichs und des Piks von Tenerifa, die er zur Vergleichung heranzog, falsch angegeben fand; er konnte also die Höhe des Mount Egmont nicht richtig abschätzen, wenn auch zugegeben werden muss, dass die Schneegrenze ein sehr trügerisches Merkmal und unbrauchbares Mittel, Höhen zu vergleichen, überhaupt ist, selbst innerhalb eines sehr begrenzten Gebietes, einmal weil sie schwer zu bestimmen, sodann weil sie von verschiedenen Ursachen abhängig ist.
Im Oktober 1773 wurde Cook mit seinen Begleitern durch einen Sturm an die Ostküste der mittleren Insel Neuseelands verschlagen. Hier erblickte Forster die lange Reihe schneebedeckter Kuppen und behauptet zuerst mit Recht,„dass eine ununterbrochene Gebirgskette die ganze südliche Insel durchstreicht“). Die Höhe der Gipfel in dieser Kette schätzt Forster richtig auf 12— 14000 F.= 3657,53— 4267,12 mꝰ).
Forster richtet hierauf einen kurzen Blick auf die Gebirgsbeschaffenheit der südlichsten Teile Südamerikas und kehrt dann wieder zu den Inseln des Stillen Oceans zurück und zwar speciell zu Tahiti.„Unter den Inseln des Südmeeres innerhalb der Wendekreise,“ sagt er¹),„hat O-Taheiti, so viel ich weiss, den höchsten Berg, und zwar ist es derjenige, welcher im Mittelpunkt der grösseren Halbinsel oder Tobreonu(Porionum) liegt.“ Diese Angabe ist mit Berücksichtigung der Zeit richtig. Denn die über 3— 4000 m aufragenden Vulkane der Havaii-Inseln kannte Forster noch nicht; erst 1778 entdeckte J. Cook auf seiner dritten grossen Reise diese Inselgruppe. UÜbrigens berechnet Forster gleich darauf den höchsten Gipfel Tahitis genauer auf 9565 engl. F.= 2915,36 m, womit allerdings die neueren Angaben wenig übereinstimmen 2336— 2449 m4).
Die physiognomische Beschaffenheit Tahitis ist von Forster sehr anschaulich und richtig angegeben. Mit einem später oft wiederkehrenden Bilde sagt ers):„Eine grosse Anzahl sehr tiefer Thäler durchschneidet ihn(den höchsten Berg) auf allen Seiten; ihre Richtung ist gerade vom Mittel- punkte ab, wo die höchste Spitze emporragt, fast wie Strahlen eines Zirkels nach der Küste hin.“
UÜber die Berge und Bergeshöhen der übrigen Inseln des Stillen Oceans innerhalb der Wendekreise macht Forster nur die kurze Bemerkung, dass sie von mässiger Höhe seien,„hoch genug, um Wolken anzuziehen, jedoch tief unter der Schneelinie wegstreichend.“⁰)
Schliesslich fügt Forster noch einige Bemerkungen über die Schneelinie der Gebirge hinzu. Nach seiner Ansicht ist sie von folgenden Faktoren abhängig!):„Erstlich müssen die Sonnenstrahlen, wo sie senkrecht fallen, eine grössere Hitze verursachen als an denjenigen Orten, wo die schiefere
¹) Forster a. a. O. p. 24.
²) Meinicke a. a. Bd. I. p. 249. 250. 283 ff.
³) Forster a. a O. p. 25.
⁴) Forster a. a. O. p. 26.— Meinicke a. a. Bd. II. p. 164 und 427. Anmerkung 4.
³) Forster a. a. O. p. 25.— Charles Darwin, Naturwissenschaftliche Reisen. Bd. II. p. 177 f. ⁴) Forster a. a. O. p. 26.
) Forster a. a. O. p. 27.


