Aufsatz 
Johann Reinhold Forsters Bemerkungen auf seiner Reise um die Welt / Johann Rittau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

Howe, Palliser, Palmerston, Savage-Eiland und Turtle-Eiland, ferner die Hoffnungs-(hope) und Kokos- inseln, die Kapitän Carterets Charlotteninseln nebst vielen andern, welche bis an Neuirland, Neubritannien und Neuguinea den ungeheuren Raum von mehr als zwei Drittteilen des grossen Südmeeres einnehmen.

Wie sehr verbreitet diese Auffassung bis in die neueste Zeit gewesen, und zugleich wie unbe- gründet und falsch sie ist, hat O. Peschel in seiner AbhandlungUber den Ursprung der Inseln¹¹) gezeigt.

Es besteht, um auf die Einzelheiten einzugehn, allerdings zwischen den genannten Inseln im Südosten von Afrika ein Zusammenhang, nicht aber insofern sie die höchsten Gipfel eines langen unterseeischen Gebirgszuges bilden, sondern weil sie auf ein und derselben Spalte vulkanischer Aus- brüche liegen²). Nur aus diesem Grunde ist die erste von Forster aufgereihte Inselschnur richtig.

Die Inseln im Süden Amerikas sind in Bezug auf ihre geologische Beschaffenheit noch wenig untersucht, sicher ist nur, dass die Schereninseln Feuerlands während allmählicher Hebung des Landes qurch Erosion des Wassers entstanden sind, dass die grosse Vulkanenreihe Südamerikas sich wahr- scheinlich nach der hochvulkanischen Shetlandsgruppe fortsezt und von da gegen O. nach den Sand- wichinseln übergeht), dass dagegen die Falklandsinseln, wie ihre geologische Formation und ihre patagonische Flora und Fauna beveist, durch sekuläre Senkung von dem südamerikanischen Kontinent getrennt worden sind*). Derselben Ursache scheint auch Südgeorgien seinen Ursprung zu verdanken, das nach Forsters) fast ganz aus Schiefer besteht und demnach von jedem Verdachte einer vulka- nischen Bildung frei ist.

Am meisten unbefriedigt lässt uns die dritte Inselreihe: Wie wir gesehen haben, hatte Forster mit scharfem Blick erkannt, dass die hohen und niedrigen Inseln im Stillen Ocean streng von ein- ander zu trennen sind, und dennoch nimmt er hier keine Rücksicht darauf, reiht ruhig hohe und niedrige Inseln an einander und verbindet sie durch einzelne dazwischen liegende Eilande zu einer langen, ununterbrochenen, unterseeischen Kette. Mit diesem entschiedenen Missgriff Forsters versöhnt uns indessen einigermasen wieder die darauf folgende Notiz, wonach Norfolk und Neuseeland als ein von N. nach S. laufender Zweig der grossen durch den Stillen Ocean gehenden Bergkette angesehen werden. Diese Inseln stehen aber nicht, wie O. Peschel vermutete?), mit Neuguinea und Neukale- donien, sondern, wie die Tiefenmessungen am Bord des Challenger, der Tuscarora und der Gazelle nachgewiesen haben?), durch ein ungefähr 500 F. tief gelegenes, schmales Meeresgebiet mit der Carpentaria-Halbinsel in Verbindung.

Nachdem Forster seine Ansicht über die Inseln als unterseeische Gebirge durch Beispiele zu begründen gesucht hat, geht er im zweiten Teil dieses Abschnittes zur Betrachtung der Höhe einzelner Berge über.

Der Mount Egmont auf Neuseeland, zu dem sich Forster zunächst wendet, ist nach seiner Ansicht der höchste Berg dieser Insel. Er wandte bei] Berechnung der Höhe ein von ihm selbst

¹) O. Peschel, Probleme. 3. Aufl. p. 40. ff. Vgl. auch Peschel-Leipoldt a. a. O. Bd. I. p. 461. ²) 0. Peschel a. a. O. p. 34. 35.. ³) O. Peschel a. a. O. p. 24. 33. 34. 1 ) Charles Darwin, Naturwissenschaftliche Reisen. Bd. I. p. 247. f. O. Peschel a. a. O. p. 37. ) Forster a. a. O. p. 8. ) O. Peschel, Probleme. 3. Aufl. p. 36. 37. ¹) Peschel-Leipoldt a. a. O. p. 502 f. 2*