auf der nördl. mit Ausnahme der noch höher gelegenen Bermudasinseln bis zum 30°ausgedehnt, so machen wir doch keinen grossen Fehler, wenn wir mit Forster sagen, dass die Riffe bauenden Korallentiere im allgemeinen nur in der heissen Zone vorkommen.
Die Inseln innerhalb der Wendekreise teilt Forster nach ihrer natürlichen Beschaffenheit in hohe und niedrige(flache), Benennungen, welche zwar schon vor Forster vereinzelt vorkommen, ¹) aber mehr nach äusseren als sachlich begründeten Umständen angewandt wurden. Erst durch Forster ist diese Einteilung begründet und seitdem allgemein gebräuchlich geworden. Forster ist auch von der Richtigkeit seines Einteilungsprincips ganz überzeugt. Hören wir ihn selbstꝰ*):„Gleich auf den ersten Blick entdeckt man den Unterschied dieser von Grund aus unähnlichen Inseln. Die so- genannten niedrigen Eilande sind schmale, ganz flache Korallenklippen, welche einen Kreis bilden und innerhalb desselben eine Lagune oder eine Art von kleinem See einschliessen. Mehrenteils sieht man in ihrem Umkreise hier und dort kleine sandige Stellen um ein geringes über den höchsten Standpunkt der Flut erhöht, woselbst Kokospalmen und eine geringe Anzahl anderer Pflanzen fort- kommen.*) Alles übrige dieses Felsenringes ist so niedrig, dass die Wellen fast beständig, auch selbst zur Ebbezeit, darüber in die Lagunen gehen.“
Die Begründung der Einteilung der Inseln in hohe und niedrige bringt Forster in dem Ab- schnitt„Ueber die Entstehung der Inseln“ p. 126 ff., dessen Besprechung wir gleich hier anschliessen wollen.— Die niedrigen Inseln sind„das Werk der polypenähnlichen Tiere“,“) sind sämmtlich Korallenbauten. Diese Beobachtung, welche von Forster zuerst gemacht und ausgesprochen wurde hat sich glänzend bewährt.“)
Wie denkt sich aber Forster die Entstehung der Koralleninseln?„Das Riff“, sagt er,?) „wird... von den Lithophytenwürmern bis auf eine geringe Distanz von der Oberfläche des Meeres auferbaut. Die Wellen spülen nach und nach allerhand Muscheln, Tang, Korallstücke, Sand udg. auf diese neu erbaute Mauer, welche, durch all diese Zusätze erhöht, zuletzt aus dem Wasser her- vorsteigt. Noch fährt die See fort, neue feste Teilchen aufzuwerfen, und führt, wenn es nicht ein Vogel thut, die Samen der Strandkräuter dahin. Das Wachstum, die Fortpflanzung, das Absterben dieser organischen Körper giebt endlich einen Vorrat von Pflanzenerde, und nun fehlt es nur noch an einem glücklichen Zufall, der eine Kokosnuss herschwemme, welche bekanntlich ihre vegetierende Kraft sehr lange behält und in jeder Art des Bodens Wurzeln schlägt. Auf diese Art können wir uns die allmähliche Entstehung der schönsten Palmenwälder auf allen niedrigen Eilanden denken.“ Allerdings, so müssen wir uns die Entstehungsweise der Koralleninseln denken, aber etwas vermissen wir noch bei der Erklärung: Von wo aus, von welchem Grunde aus bauen die Korallen diese wun- derbaren Eilande? Auch hierauf hat Forster eine Antwort:„Vom Boden des Meeres bis zur Ober- fläche“*) bauen die Tiere ihr Werk„allmählich breiter“ auf. Hierin aber liegt das Unbestimmte
¹) Tobern Bergmann, Physikalische Beschreibung der Erdkugel. Greifswald 1769. p. 52. 82.
²) Forster a. a. O. p. 5. 6.
¹) Auch diese notorische Pflanzenarmut der Koralleninseln sowie deren allmähliche Besiedelung mit Gewächsen hat Forster zuerst hervorgehoben. Vgl. 1. Hauptstück, 5. Abschnitt.
⁴) Forster a. a. O. p. 126.
⁵) Peschel, Probleme. 3. Aufl. p. 31. 32.
⁴) Forster a. a. O. p. 127.
) Forster a. a. O. p. 126.


