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führenden Ringſtraße(1873), die ſeit 1874 Innere Ring⸗ ſtraße hieß, weil im gleichen Jahre auch die äußere Ring⸗ ſtraße entſtand, deren Namen blieb, während die Innere Ring⸗ ſtraße zum Rhön⸗, Speſſart⸗ und Donnersbergring wurde.
Ihrer Ausdehnung in Alt⸗Darmſtadt verdankt die Lang⸗ gaſſe ihren Namen; die Sackgaſſe heißt nach dem Straßen⸗ durchbruch nicht mehr mit Recht ſo; nach ihrer eigenartigen Krüm⸗ mung nannte man die Löffelgaſſe, die bis 1875 nur Löffel⸗ gäßchen hieß.
Viele Straßen ſind mit Bäumen bepflanzt, wir haben eine Allee als Fortſetzung der Pheinſtraße; die Stadtſchneiſe, im Volksmund„Scheppe Allee“ genannt, heißt ſeit 1860 Stadt⸗ allee; Kaſtanien⸗, Kirſchenallee ſind hier zu nennen; der Grüne Weg(18709) hat nur noch in ſeinem Anfang ein paar Bäume auf dem„Plätzchen“.
Die Gegend, nach der Straßen führen, deuten Markt⸗, Wald⸗ und Tannenſtraße(1888, B⸗Kiesſtraße) an. Nach der Art der in der Straße liegenden oder früher gelegenen Grund⸗ ſtücke ſind Bleich⸗(1824) und Wieſenſtraße genannt. An den einſt in unſerer Stadt viel betriebenen Weinbau erinnern uns Weinberg⸗, Wingertsbergſtraße, Im Wingert (1923, vorher Wingertsgäßchen) und Heinrichs⸗Win⸗ gerts⸗Weg(1911).
Den früheren Zweck eines Platzes erkennen wir aus Exer⸗ zier⸗ und Paradeplatz; zum Ballſpiel diente einſt der ehe⸗ mals mit Sandſteinplatten gedeckte Ballonplatz; in der Holz⸗ ſtraße ſtanden die Holzverkäufer; der Marktplatz iſt auch noch heute der Mittelpunkt der Stadt; über den Herdweg(1899, anfangs Kleiner Herdweg, eine Zeit lang auch fälſchlich Herdwegſtraße) zog einſtmals das Beſſunger Vieh auf die Weide, und der Geiſtberg iſt doch wohl, trotz der im 18. Jahrhun⸗ dert vorkommenden Bezeichnung„auf dem geiſtlichen Berg“ der Geißenberg, wo dieſe nützlichen Tiere, gelegentlich ihren Stäl⸗ len entronnen, herumſprangen. Schon im Darmſtädter Gerichts⸗ buch von 1584 wird der Geißberg genannt.
Nach der Beſchäftigung ihrer Bewohner tragen Fuhr⸗ mann⸗, Gardiſtenſtraße und Schuſtergaſſe ihren Na⸗ men. Letztere heißt im 18. Jahrhundert auch Amſelgaſſe.
Einem Straßendurchbruch in der Altſtadt verdankt die Neu⸗ gaſſe ihren Namen; an den großen Brand im 18. Jahrhundert erinnert die Brandgaſſe. 1
Gewannbezeichnungen, d. h. die Namen von Fluren, einzelner Teile der Gemarkung Darmſtadts, ſind erſt in den letzten 25 Jahren häufiger zu Straßenbenennungen herangezogen worden. OÖft iſt ihre Bedeutung ohne Weiteres klar, aber ſie geben uns auch unlösbare Nätſel auf, wenn wir nach einer ſprach⸗ lichen Deutung ſuchen. Wir müſſen uns dann begnügen zu ſagen: Straßennamen nach einer Gewannbezeichnung:


