Aufsatz 
Darmstädter Straßenbüchlein
Entstehung
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verkleinert wurde, deſſen Fluten aber kanalartig noch floſſen, auch zum Wäſchereinigen benutzt und ſpäter ganz überbaut wurden, ſo daß heute ein freier Platz vor der Turnhalle liegt.

Die Dreibrunnenſtraße(1873) erinnert an die aus demDatterich bekannte Quelle an der Roßdörfer Straße, aus der der Sage nach alle Darmſtädter ſtammen. Die Dönges⸗ borngaſſe verdankt wohl ihren Namen einem Brunnen, der am Hauſe Nr. A ſtand, das einem Donges oder Dönges(einer Ableitung vom Namen Antonius) gehörte. Dieſe beiden Fa⸗ miliennamen ſind noch heute in Darmſtadt vertreten.

Nach Gebirgen ſind genannt: Rhönring(1907), Speſ⸗ ſartring(1907), Taunusſtraße(1873) auch ein heute nicht mehr genannter Taunusplatz erhielt damals ſeinen Na⸗ men; nach Bergen: Donnersbergring(1907), Feldberg⸗ ſtraße(1874), Ludwigshöhſtraße(1888, B⸗ Ludwigs⸗ ſtraße), Moosbergſtraße(1892); nach den Hügeln im Beſ⸗ ſunger Feld: Kiesbergſtraße(1888, B⸗Friedrichsſtraße) Sandbergſtraße(1888, B⸗Sandſtraße), Steinberg⸗ weg; nach Burgen: Frankenſteinſtraße(1888, B⸗Fabrik⸗ tbahe Landskronſtraße(1895) und Rodenſteinweg 1920)..

Ihre Bodenbeſchaffenheit gab der Straße den Namen bei Hügel⸗, Kies⸗(182¾ Kiesgaſſe, 1859 und 1873 Kies⸗ ſtraße), Sand⸗, Steinſtraße. Der Hohle Weg war wohl ein ins Feld führender Hohlweg. Ein Geſuch von 1895, den Hohlen Weg in Orpheumsſtraße umzubenennen, wurde mit Recht von den Stadtverordneten abgelehnt. In gleicher Weiſe wird auch die Hölgesſtraße gedeutet. Im Volksmund hieß ſie die Rothoſengaſſe nach den dort wohnenden Hoflakaien. Eine alte Bezeichnung findet ſich im 16. Jahrhundert: im Helchen, im heiligen Stück das wäre der Weg nach den dort liegen⸗ den Pfarräckern. Die Hölgesſtraße iſt vielleicht der Reſt eines Weges, der nach den Darmſtädter und Beſſunger Weinbergs⸗ lagenim Helchen führte, die im 16. Jahrhundert öfters er⸗ wähnt werden. 1

Hierher gehört auch die Hinkelsgaſſe, nach dem vor dem Hauſe Nr. 13 liegenden großen Felſen, dem Hinkelſtein. Dieſe Bezeichnung iſt entſtellt aus einem mißverſtandenen Hü⸗ nenſtein= Vieſenſtein, mit dem frühere Zeiten nichts anzu⸗ fangen wußten. In dem Hof desſelben Hauſes ſteht noch einer der wenigen erhaltenen Befeſtigungstürme von Alt⸗Darmſtadt, der Hundsſtäller Turm, nach dem die Hundsſtällergaſſe, ein Teil der jetzigen Großen Kaplaneigaſſe, ihren Namen hatte.

Die Lage der Straße gab den Namen bei der Obergaſſe, der Hoch⸗(1871), die etwas anſteigt, Nieder⸗(1888, B⸗Hügel⸗ ſtraße) und Neuen Niederſtraße(1900), die beide in das tiefer gelegene Beſſunger Feld führen, ſowie der längs des Eiſen⸗ bahndammes, an dem damaligen Rande von Darmſtadt her⸗