Aufsatz 
Darmstädter Straßenbüchlein
Entstehung
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Eine zweite Gruppe von Straßennamen iſt nach geogra⸗ phiſchen Begriffen genannt. Von größeren Städten der Nach⸗ barſchaft iſt nur Frankfurt und Heidelberg vertreten beide ſeit 1859 dagegen eine ganze Anzahl von kleineren Orten der näheren und weiteren Umgebung: Arheilgen(-ſeit 1867, vorher Kleine Arheilger Straße,; die Große Arheil⸗ ger Straße wird in demſelben Jahre zur Magdalenenſtraße) mit Kranichſtein(1824), Sensfelden(Hof und Mühle 1867), Gräfenhauſen, Weiterſtadt(1874), Dornheim, Groß⸗Gerau, Eſchollbrücken, Dieburg(182½), Roß⸗ dorf(1824 und 1871), Nieder⸗Ramſtadt(1824), Erbach (die Straße hieß bis 1871 Roßdörfer Straße). Die Beſſunger Straße(ſeit 1888, B⸗ Kirch⸗ und Schulſtraße) hält die Erinnerung an das erſt 1888 mit Darmſtadt vereinigte Dorf Beſ⸗ ſungen feſt und läßt uns daran denken, daß vor gar nicht langer Zeit zwiſchen beiden Orten ein Streifen nicht mit Häuſern be⸗ bauten Landes lag.

Beſſunger Straße hieß auch ſeit 1824 ein Teil der Darmſtädter Karlsſtraße, und auf dem Plan von Weiß vom Jahre 1799 hieß die jetzige Holzſtraße Beſſunger Straße oder gewöhnlich Hechelgaſſe.

Die Klappacher Straße iſt genannt nach einem Dorf Klappach, das ſchon 1289 in Urkunden als Glappach oder Clap⸗ pach vorkommt, das aber ſicher vor dem 30 jährigen Krieg ſchon ſeinen Untergang gefunden hat. Ein Gedenkſtein bei dem letz⸗ ten Hauſe der Goetheſtraße weiſt auf das verſchwundene Dorf Clappach hin.

Die Frage, ob die Heinheimer Straße(1824) nach einem jetzt ausgegangenen Orte Heinheim(= Wohnſitz eines Heino oder Heimo) genannt iſt, wird, da alle Urkunden fehlen, nicht geklärt werden können. Auch eins der 4 Felder der Darm⸗ ſtädter Gemarkung heißt das Heinheimer Feld neben Ober⸗, Nie⸗ der⸗ und Löcherfeld. Wenn es keinen Ort Heinheim gegeben hat, wäre die Straße nach einer Gewannbezeichnung genannt. Auch ein Heinheimer Platz wurde 1873 benannt; der Name iſt aber jetzt wieder verſchwunden.

Der Rhein und der Neckar haben Straßen Namen ge⸗ geben; die Darmſtraße(1875) und die Soderſtraße(die 1824 Sodergaſſe, dann Soderweg hieß und 1859 und 186 ¼ zur Soderſtraße wurde), die Große und Kleine Bach⸗ gaſſe erinnern daran, daß kleine Waſſerläufe, teilweiſe unbe⸗ deckt und dann auf einemBrückelchen überſchreitbar die Stadt durcheilt haben oder noch durchfließen. Die Seeſtraße liegt in der Nähe einer jetzt durch die Häuſer der Orangerie⸗ allee eingenommenen Niederung, die oft überſchwemmt war und im Winter der Beſſunger Jugend als Eisplatz diente. Die Woog⸗ ſtraße(186⁴4) führt zum Woogsplatz, wo früher der kleine Woog, ein Teich, lag, wie wir auf älteren Bildern ſehen, der ſpäter