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Schrautenbachweg(1926): Unſer Darmſtädter Infan⸗ terie⸗(Leibgarde⸗)Regiment, ſeit 1872 Nr. 115, war, wie an der Jahreszahl über dem Löwenſchild des Helmes zu leſen war, in ſeinen erſten Anfängen 1621 gegründet. 1690 hörte das Verhältnis als fürſtliche Leibwache auf, denn dem Oberſt⸗ leutnant Ludwig Balthaſar von Weytolshauſen, genannt Schrautenbach wurde aufgegeben, ein vollſtändiges Bataillon aufzuſtellen. Seit 1691 heißt dieſe Leibgarde Schrautenbach'ſches Regiment und hatte am 1. Mai 1693 bereits 11 Kompagnien. Der Namen des erſten Führers des Regiments, aus dem ſich im Laufe der Zeit unſer glorreiches Leibgarde⸗Regiment entwickelt hat, wird durch die Straßenbezeichnung feſtgehalten; ſie möge auch manchen alten 115 er an ſchöne Tage ſeiner Dienſtzeit er⸗ innern.
Moltkeſtraße(1918): Hellmut Graf von Moltke(1801 bis 1891) Generalfeldmarſchall, Chef des Generalſtabs, beſonders im ſiegreichen Kriege 1870/71, weilte mit Kaiſer Wilhelm IJ. während der Kaiſermanöver im Herbſt 1877 in Darmſtadt und wohnte im Schloſſe. An der Ehrengabe der deutſchen Städte an Moltkes 90. Geburtstag beteiligte ſich auch unſere Stadt.— Moltkehütte, Moltkeeiche, Moltkebrunnen.
Beckerſtraße(1903): Chriſtian Friedrich Becker,* 1809 Vödelheim, † als heſſiſcher Oberſt 1875 D, hat ſich nach Hob⸗ recht(ſ. d.) die größten Verdienſte um das Darmſtädter Waſſer⸗ werk erworben.
Ploenniesſtraße(1921, vorher Pfründnerhaus⸗ ſtraße ſeit 1889): Wilhelm von Ploennies,* 1828, † 1871 D, Sohn der Dichterin, Begründer der heſſiſchen Volkskunde, mili⸗ täriſcher Klaſſiker auf dem Gebiete der Handfeuerwaffen, Ver⸗ faſſer der ſatyriſch⸗humoriſtiſchen Schrift„Leben, Wirken und Ende... des Freiherrn Leberecht vom Knopf“. Ploennieseiche,
Weyprechtſtraße(1881): Karl Weyprecht,* 1838 D, Grafenſtraße àl, ſeit 1913 an ſeinem Geburtshauſe eine Gedenk⸗ tafel, † 1881 Michelſtadt, Grab in König, öſterreichiſcher Offizier und berühmter Polarforſcher; Entdecker des Franz⸗Joſef⸗Landes.
Hindenburgſtraße(1915): Paul von Hindenburg,* 2. 10. 1847 in Poſen, im aktiven Militärdienſt 1866—1911, zeichnete ſich 1866 bei Königgrätz und 1870 bei St. Privat aus, zuletzt kommandierender General des IV. Armeekorps; im Weltkrieg am 22. 8. 19144 berufen, Sieger in der Schlacht bei Tannenberg, Generalfeldmarſchall, übernahm im Auguſt 1916 als Chef des Generalſtabes des Feldheeres die oberſte Heeresleitung und wurde Führer der geſamten deutſchen Streitkräfte bis zum 3. 7. 1919; lebte dann in Hannover, wurde nach Ebert am 26. 4. 1925 Reichs⸗ präſident und feierte unter allgemeiner, begeiſterter Teilnahme des geſamten deutſchen Volkes 1927 ſeinen 80. Geburtstag.


