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Hierher gehören: Am Breitwieſenberg(1910), Am Erlenberg(1901), Eichbergſtraße, Bruchwieſen⸗ ſtraße, Eichwieſenſtraße(1922, früher Hofgarten⸗ ſtraße), Pfarrwieſenweg, Elfeicherweg, Erlenweg (1925), Steinackerſtraße, Im Geißenſee(1901), Im tiefen See(1920), Am Hopfengarten(1923), Am Her⸗ renacker(1923); alle dieſe Namen ſind ohne Weiteres klar.
Der Geißenſee hat wohl nichts mit den Geißen zu tun, In einem Aktenſtück aus dem Jahre 1720 heißt die Gegend„der geiſtliche See“, und die Beſitzer der Grundſtücke zahlen eine Abgabe zum Superintendenzzins, alſo an Geiſtliche. In dem Namen„geiſtlich“ iſt die Silbe lich nur durch einen Schnörkel bezeichnet, ſo daß auch ſchon früher die andere Bezeichnung aus der falſchen Leſung entſtanden ſein kann.
Der Frankenäckerweg(1925) bezeichnet die Stelle, wo vor längerer Zeit Funde aus der Frankenzeit gemacht worden ſind.— Bei Seitersweg, Traubenweg, Atzwinkel⸗ weg, Bachgang wiſſen wir nicht, warum ſie ſo heißen, wenn ſie auch an ſich nicht unklar ſind.
Clemensſtraße, ſo genannt ſeit 1889, iſt wohl auch eine Gewannbezeichnung nach dem dort rechtwinklig zur Straße einſt laufenden„Klemensweg“, der vielleicht ſeinen Namen hat nach einem Klemens oder Clemens, der in jener Gegend einen Garten hatte. Berichtet wurde in den Akten, die Straße würde am beſten„Friedhofſtraße“ heißen, weil ſie ja nach dem Beſſunger Friedhof führt, aber da ſchon eine„Friedhofsallee“ beſtehe, könn⸗ ten nur„Verwechslungen und Irrtümer“ entſtehen. Man könnte die Straße vielleicht:„Abſchiedsſtraße, Trennungsſtraße, Tränen⸗ ſtraße, Leidſtraße“ nennen. Dann wurde„Klemensgartenſtraße“ vorgeſchlagen. Die Stadtverordnetenverſammlung beſchloß am 19. 12. 1889, die Bezeichnung„Clemensſtraße“ zu beantragen, was von dem Großherzog dann auch genehmigt wurde.
Für„Im Emſer“ fehlt mir vorläufig eine ſprachliche Deu⸗ tung. Nach einer Notiz in den Bürgermeiſtereiakten von 190 4 war der Emſer eine der beſſeren Weinbergslagen in der Stadtum⸗ gebung.
Die Pallaswieſenſtraße hat natürlich mit der Göttin Pallas Athene nichts zu tun. Auch die Deutung von einem Palas, einer kaiſerlichen, frühmittelalterlichen Burg, die dort viel⸗ leicht geſtanden, gefällt mir nicht. Es iſt wohl die Balleswieſe, die Wieſe eines Balles aus Darmſtadt, nach der die Straße führt, Haben wir doch in unſerem„Datterich“ auch eine Balleseiche! Pankratius⸗, Liebfrauen⸗ und auch wohl Hölgesſtraße ſind eben⸗ falls als Gewannbezeichnungen anzuſprechen, vielleicht auch Hein⸗ heimer Straße.
Die dritte Gruppe umfaßt die nach Gebäuden genannten Straßen. Dieſe Gebäude ſind zum großen Teil noch vorhanden


