Aufsatz 
Über den Ursprung der französischen Sprache.
(Fortsetzung.)
Entstehung
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von consensus oder Einwilligung vör(vergl. allouer), weshalb die vielerlei Bedeu⸗ tungen von louer nicht befremden können. Selbſt das italiäniſche lusingar, ſpan. lisonjear, altfr. Josenger ſchmeicheln ſtammt entweder eben daher, oder iſt wegen des Auklanges beibehalten: et tot ensi ot(hört) ceos- k'el loent, cum ceos K'el laidangent(von laid häßlich, läſtern, angelſ. lap), tot ensi ot ceos k'el losen- gent, com ceoos K'el detraient, ank(vielmehr) wen ot née les uns née'les altres, ear il est morz(ſchwediſch heißt lisma durch Beifall oder Schmeicheln betrügen). Das Wort le danger iſt im Altfranzöſtſchen im Begriffe von Schwierigkeit, Hinderniß, Verzug aufgefaßt; la lol, altfr. la loy, im Sinne von licere(Erlaubniß, Freiheit), lois ble erlanbt. Demnach dürfte 1e loisir von licere, wie lo plaisir von placere, gebildet ſeyn, und ganz getreu unſer WortMuße ausdrücken. Das Wort otium war im Altfranzöſtſchen allerdings vorhanden, aber es erſchöpfte das deutſche Begriffs⸗ weſen nicht. Dasſelbe gilt von dem Worte placitum, mit welchem das Wort thing (Verſammlung und Beſprechung vor Gericht) ausgedrückt und ſpater in plaid verwan⸗ delt wurde. Eben dies läßt ſich nachweiſen in payer(von pacare) bezahlen, in commander(commendare) befehlen, ardonner verordnen, ordre: de quel ordro faſtes-vous cela?; demander ein Anliegen haben und es einem anempfehlen. Dieſe, wie noch viele andere Wörter charakteriſtren recht deutlich den in den deutſchen Bölkern herrſchenden Geiſt.(Man vergleiche altfr. leal(ſp. 16gal) getreu, altfr. aleauter ſich wahr und getreu bezeigen, aleier und aloger, ML. adleglare, eidlich ſich recht⸗ fertigen(vergl. das ſpätere alol), loyalutreu, rechtſchaffen; avouer von advocare anerkennen und als Eigenthum zurückfordern, 2) den Schutz eines Vertheidigers fordern.) Und wenn man dieſen in den oben angeführten Wörtern auszudrücken ſuchte, warum ſoll denn eben dies Streben in allen andern Fällen nicht vorgewältet haben, zumal, da es gar nicht abgeläugnet werden kann, daß in dem lateiniſchen Wortweſen eine völlige Umänderung ſtattgeſunden hat, und der erſte Blick auf die Wörterbücher hierüber gar keinen Zweifel zuläßt? Und wie ſind die Wörter oft verſtümmelt! So⸗ entſteht l'ormier aus aurum merum: ne sai prendre ne argent ne ormier. Item le lormier, qui fait euvres dorées. Jetzt heißt le lormier Kleinſchmidt; fausset: je te dirai une chançon, N'aura voisin ci environ, qum bien n'entende mon faucet(ſistula); floccus Moͤnchskleid,= froccus, le froc; forge, Me. z. B. fabrica ad tres equos; orfroi goldner Zierrath an Ornaten, von auri-frisum, vergl. Fries und ital. fregio. D'autre part li quens Jofrois viestuüs de samis(&ꝓᷣέπκιιασοσ