Aufsatz 
Über den Ursprung der französischen Sprache.
(Fortsetzung.)
Entstehung
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Verſtändniß herzuſtellen, ſich an die romaniſche Sprache halten und dieſelbe, wie es anging, einüben mußten. Der Vorgang kann zunächſt nur eine Vermengung der Wörter geweſen ſeyn, und es läßt ſich denken, daß eben dieſe Vermengung Stufen hat. Ich will hier nur zwei bezeichnen, und zwar zunächſt die, auf welcher man zwar die fremden Wörter zuläßt, aber ſie der eignen Sprache anpaßt und zugleich die angeſtammten Formen beibehält. Es läßt ſich denken, daß in den Formen, wie in den Wörtern, auch auf dieſer Stufe Veränderungen vorgehen müſſen. Ein Beiſpiel bietet die engliſche Sprache dar, in der z. B. das angelſächſiſche grymian in to groan, feccan in to fetch übergeht. Wird man nun ſagen können, es habe die engliſche Nation den in der angeſtammten Sprache liegenden Geiſt aufgegeben und etwa die Ausbildung des Engliſchen im Geiſte der franzöſiſchen Sprache vorgenommen? Man kann noch einen Schritt weiter gehen, und auch die Formen einer fremden Sprache mit den Wörtern, es verſteht ſich abgeändert und in den Formen vereinfacht, annehmen. Haͤtte dies die engliſche Sprache gethan, würde man ſagen können, es habe das engliſche Volk den Geiſt ſeiner eignen Sprache aufgegeben, gleich als ob an dem Ueberreſt von Formweſen eine Art Zauber hinge? Und wenn nun die Franken mit der Annahme lateiniſcher Wörter und der Anpaſſung ihrer eignen an die fremden Formen bis zu dem beſagten Punkte vorgingen, kann und darf man ſagen, daß ſie dem Geiſte ihrer eignen Sprache entſagt haben? Ich möchte dies nicht behaupten. Und in der That, all das Partikelweſen in den Miſchſprachen iſt faſt durchweg neu geſchaffen, und iſt nicht bloß neu geſchaffen, ſondern wie in einer Verabredung über⸗ einſtimmend umgeſchaffen. Es heißt dies, überall haben gleiche Sprachelemente vorgelegen, nach welchen man mit lateiniſchen Wörtern das Partikelweſen neugeſtaltete und für ſich brauchbar machte, und da eine mehr als beträchtliche Anzahl dem Geiſte der lateiniſchen Sprache nicht entſprechen(als donc von tune, pourtant, ital. pertanto oder non dimeno doch, d' woher, souvent oft, von subinde, lorsque ols, après nach, nachher, jusque(muthmaßlich von eousque oder quousque), alt adès von ad-usque in einem ſort, hors von foris, parmi), ſo müſſen andere überein⸗ ſtimmende Sprachelemente mit zum Grunde gelegen haben, und dies führt auf die deutſche Sprache, die ſich gleich in dem Worte chose von causa, d. i. Ding in der älteſten Bedeutung des Wortes, quelquechose etwas, angelſ. wiht oder wuht, awiht etwas, engl. aught, ankündigt. Iſt man in den Miſchſprachen bis zur Umgeſtaltung ſolcher Woͤrter(es verſteht ſich im Drange, Verſtändliches aufzufaſſen) herabgeſtiegen