Aufsatz 
Über den Ursprung der französischen Sprache.
(Fortsetzung.)
Entstehung
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Ueber den Urſprung der franzöſiſchen Sprache.

(Gortſetzung.)

In der im Jahre 1831 herausgegebenen Abhandlung über den Urſprung der franzöſiſchen Sprache iſt es mir hauptſächlich darum zu thun geweſen, die Möglichkeit, wie es in der franzöſtſchen Sprache zur Umgeſtaltung der lateiniſchen Wörter gekommen iſt, darzulegen, und auch darauf hinzuweiſen, daß es in der Neubildung der Wörter in eben der Sprache ein Uebereinſtimmendes giebt und nicht ſo gänzlich der Zufall darin vorgewaltet hat. Mehrere Annahmen hierüber und einzelne Behauptungen, die ich damals ausgeſprochen habe, kann ich auch jetzt, nachdem ich laͤngere Zeit dieſem Gegenſtande meine Aufmerkſamkeit gewidmet habe, nicht zurücknehmen, unter denſelben auch die nicht, daß in der franzöſiſchen Sprache nicht aus dem Geiſte der lateiniſchen, ſondern der deutſchen Sprache die Bezeichnung und Ausdrucksweiſe vorgenommen iſt. Es wird ſich denken laſſen, daß, bevor ein Volk in den Geiſt eines andern eindringt, ſich deſſen Sprache bemächtigt und ſo in einem andern Volke aufgeht, es einer ſehr langen Zeit bedarf, zumal für ein ſiegreiches Volk. Daß dies geſchehen konnte, dazu lag für die deutſchen Vöͤlker nicht einmal die Möglichkeit vor, da mit dem Eindringen derſelben in das Roͤmerreich Alles niedergeworfen, getrennt und zerriſſen war, kurz Alles bis auf das Andenken erloſch. Daraus folgt, daß die eingedrungenen Völker auf ſich angewieſen waren und im Geiſte ihrer angeſtammten Sprache verfuhren, wenn ſie namentlich in Gallien, um in dem Gewirr von Völkern ein gemeinſchaftliches

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