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unter die Lehrer, die Aufſtellung des halbjährlichen Lectionsplans, die Anſchaffungen der Lehrmittel, ſelbſt der geringfügigen, jede Abweichung von dem gewöhnlichen Gange, ſogar die Veranſtaltung einer Leichenbegleitung von Seiten der Lehrer und Schüler bei der Beerdigung eines Gymnaſia⸗ ſten und vieles andere der Art machte einen Bericht, eine Anfrage oder eine Anzeige nöthig. Es iſt überall erſichtlich, daß der Schulrath den an ihn geſtellten Anträgen mit Bereitwilligkeit entgegen kam und ſich angelegen ſein ließ, die Intereſſen des Gymnaſiums zu fördern. Aber da alle Ver⸗ handlungen mit ihm ſchriftlich zu führen waren, ſo wurde durch dieſen Geſchäftsgang eine läſtige Vielſchreiberei veranlaßt, oft auch durch das Hin⸗ und Herſchreiben, Votieren und Reſolvieren eine Verzögerung herbeigeführt, wo eine raſche Erledigung an der Stelle geweſen wäre.
Den Vorſitz und die Geſchäftsleitung im Schulrathe hatte anfangs Regierungsrath Wieder⸗ hold. Als dieſer aber in den erſten Tagen des Jahres 1817 zum Direktor der hieſigen Regierung ernannt worden war, wurde er auf ſeine Bitte von dem Schulrathsamte entbunden. An ſeine Stelle trat der Regierungsrath(ſpäter Geheimeregierungsrath) Dr. Wilhelm Ludwig Schrader, welcher die Geſchäfte bis 1832, faſt bis zur Aufhebung des Schulrathes, geleitet hat. Als die zeitweiligen Bürgermeiſter der Stadt waren Mitglieder bis 1821 Caſſelmann, darauf Schwabe, und nach deſſen Tod ſeit 1831 C. W. Wippermann, der einſt als der zuerſt aufgenommene das Verzeichniß der Schüler des Gymnaſiums cröffnet hatte und ſich nachmals als vieljähriger Ab⸗ geordneter im kurheſſiſchen Landtage, ſowie als Miniſterialvorſtand und Staatsrath große Verdienſte erworben hat. Die beiden geiſtlichen Mitglieder waren Profeſſor Jäger und Superintendent Schmeißer. Als der erſtere 1830 mit Tode abging, und der Nachfolger desſelben im Pfarramt, Dr. Piderit, der zuvor Gymnaſiallehrer in Hersfeld geweſen war, ſich um Uebertragung der erle⸗ digten Stelle im Schulrath bewarb, verfügte das Miniſterium, daß die Beſetzung derſelben beruhen ſolle. Aber ſchon im folgenden Jahre fand es ſich bewogen, dem Direktor Wiß, unmittelbar nach⸗ dem er von einer ehrenvollen und vortheilhaften Berufung an das Gymnaſium zu Lübeck, die er anfangs angenommen hatte, wieder zurückgetreten war, Sitz und Stimme im Schulrathe zu verleihen. Dieſe Ernennung war für die leichtere Erledigung der Geſchäfte ſehr förderlich: der Direktor als Mitglied konnte vieles mündlich abmachen, was zuvor ſchriftlich verhandelt worden war, und konnte als verbindendes Mittelglied zwiſchen dem Schulrathe und dem Lehrercolleg den ſeiner Stellung angemeſſenen Einfluß nach beiden Seiten hin ausüben.
Leider wurde dieſe Einrichtuug erſt kurze Zeit vor der Aufhebung des Schulrathes getroffen. Als Haſſenpflug 1832 Miniſter des Innern geworden war, ſetzte er ſich bald nach ſeinem Eintritt in dieſe Stellung, eine zeitgemäße Umgeſtaltung und Hebung der kurheſſiſchen Gymnaſien zur Aufgabe. Bei der Ausführnng derſelben fand er einen erfahrenen und einſichtigen Beiſtand in Dr. Auguſt Vilmar, der damals Lehrer am Gymnaſium zu Hersfeld war, dann zum Lehrer des hanauer und bald nachher zum Direktor des marburger Gymnaſiums ernannt wurde, aus ſeinem Lehramt aber einige Monate abberufen und als Hülfsreferent in das Miniſterium des Innern gezogen worden war. Wie man auch über die Wirkſamkeit beider Männer auf anderen Gebieten des öffentlichen Lebens urtheilen möge, die heſſiſchen Gymnaſien haben ihnen viel zu verdanken, und


