2. Schulanfang. Veränderungen im Lehrerkollegium, Prüfungen etc.
Mit dem Beginn des Schuljahres, das am 9. April seinen Anfang nahm, trat Herr August Reil als ordentlicher Lehrer, Herr Wilhelm Zint als wissenschaftlicher Hülfs- lehrer in das Lehrerkollegium ein. Dieselben berichten über ihre Personalverhältnisse Folgendes:*)
August Reil, geb. am 28. Januar 1861 zu Homburg v. d. Höhe, wurde im Seminar zu Usingen und in der Königl. Turnlehrerbildungsanstalt in Berlin ausgebildet. Während des Sommersemesters 1883 versah er am französischen Gymnasium in Berlin den Turnunterricht vertretungsweise in allen Klassen. Von Herbst 1883 bis Ostern 1884 war er als Hülfslehrer an der Königl. Turnlehrerbildungsanstalt thätig. Nachdem er kurze Zeit in Quedlinburg als Ober- turnlehrer beschäftigt gewesen war, wurde er Ostern 1887 an die hiesige Uhlandschule und Ostern 1888 an das Gymnasium als ordentlicher Lehrer berufen.
Wilhelm Eduard Zint wurde geboren am 13. August 1860 zu Hörbach(Dillkreis). Derselbe erhielt seine Vorbildung auf dem Königl. Gymnasium zu Dillenburg von Michaelis 1873 bis Ostern 1881 und widmete sich alsdann dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften auf den Universitäten Marburg, München und Berlin. Im November 1885 bestand er das Examen pro fac. doc. und absolvierte sein pädagogisches Probejahr von Michaelis 1885 bis Michaelis 1886 am städtischen Gymnasium zu Frankfurt a. M. Im Winter 1886/87 besuchte er die Königl. Turnlehrerbildungsanstalt zu Berlin und war von Ostern 1887 bis dahin 1888 am hiesigen städtischen Gymnasium vertretungsweise beschäftigt.
Als cand. prob. wurde Herr Adolf Schlitt überwiesen, während Herr Heinrich Seelig, der sein Probejahr beendigt hatte, die Anstalt verließ, um seiner Militärpflicht zu genügen.
Als unbesoldete Hülfslehrer blieben während des Sommersemesters die Herren Jakob Koch und Ernst Hirschfeld thätig. Um eine Unterrichtserleichterung für Herrn Prof. Gill- hausen möglich zu machen, trat Herr Wilhelm Klingelhöffer mit 6 wöch. Stunden auf ein halbes Jahr ein.
Am 28. April wurde das gesamte Lehrerkollegium auf Seine Majestät König Priedrich III. vereidigt.
*) Die Personalverhältnisse der Herren Dr. Wilhelm Knögel und Heinrich Sandrock seien hier zu dem vorigjährigen Programm S. 29. nachgetragen:
1) Wilhelm Knögel, geb. am 7. Februar 1858 zu Montabaur, katholischen Bekenntnisses, besuchte das Kaiser Wilhelms-Gymnasium seiner Vaterstadt von Ostern 1868 an und wurde Herbst 1876 von demselben mit dem Zeugnis der Reife entlassen. Er studierte sodann in Münster und legte die Staatsprüfung dort im November 1880 ab. Seit dem ersten Dezember 1880 war er an dem Gymnasium in Montabaur thätig, zuerst als cand. prob. und wissenschaftlicher Hülfslehrer, seit Ostern 1884 als ordentlicher Lehrer. Am 5. Januar 1885 promovierte er auf Grund seiner Dissertation»De retractatione Fastorum ab Ovidio Tomis instituta« und mündlichen Examens an der Königl. Akademie zu Münster. Ostern 1887 wurde er in seine jetzige Stellung berufen.
2) Heinrich Sandrock, geb. den 17. Februar 1862 zu Mansbach, Kr. Hünfeld, besuchte von Ostern 1874 ab das Königl. Gymnasium zu Hersfeld und wurde Ostern 1880 mit dem Reifezeugnis entlassen. Er studierte in Marburg, Leipzig, München und Göôttingen Philologie und bestand am 7. Februar 1885 an letztgenannter Universität das Examen pro fac. doc. Von Ostern 1885 bis 1886 leistete er an dem Königl. Gymnasium zu Kassel sein pädagogisches Probejahr ab und war zugleich ordentliches Mitglied des neugegründeten pädagogischen Seminars. Nachdem er vom 1. April 1886 ab in Eisenach seiner Militärdienstpflicht genügt hatte, kam er Ostern 1887 als Hülfslehrer an diese Anstalt.


