Aufsatz 
Forschungen zur Geschichte der Rheinlande in der Römerzeit
Entstehung
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55 gleicht in dem hohen Gefühle für die Pflicht und der menschenfreundlichen Gesinnung, so zeigt sein offenes Wesen, sein Zug nach dem Idealen, seine Richtung auf die Dinge der Wissen- schaft und Kunst eine Ergänzung jenes ernsteren Bildes.

So stehen diese beiden Heldengestalten der Gründer des neuen deutschen Reiches vor unseren Blicken, als ein Vorbild für alle Zeiten. Wie bei einem hochragenden Gebäude wird die Erscheinung gewaltiger, indem die Zeit sie in die Entfernung rückt. Kein Hader der Parteien soll uns dies Bild verkümmern.

Die Schule wird künftighin an den Geburts- und Sterbetagen der beiden ersten deutschen Kaiser durch eine an den Vormittagsunterricht sich anschließende kurze Feier das Andenken derselben im Gedächtnis der Schüler lebendig erhalten. Im vergangenen Schuljahre geschah dies am 18. Oktober, am 9. und 22. März. Die Ansprachen wurden gehalten vom Direktor, von Herrn Prof. Dr. Riese und Herrn Prof. Dr. Noll.

Das Sedanfest beging die Anstalt in der üblichen Weise am 1. September durch einen Auszug zum Forsthause. Herr Dr. Reuß rief die Erinnerung an die Zeit des großen Krieges wach durch eine anschauliche Schilderung der Schlacht, die vor 18 Jahren geschlagen war. In den Wettspielen, welche folgten, trug den ersten Preis des Fünfkampfes der Obersekundaner Martin Schmieden davon. Zahlreiche weitere Preise wurden durch tüchtige Leistungen in den verschiedenen Arten des Turnens und Spielens gewonnen. Zur Begehung des fröhlichen vaterländischen Festes waren die Eltern vieler Schüler erschienen.

Am 26. Jannar feierte die Anstalt den Geburtstag Seiner Majestät Kaiser Wilhelms II. durch einen Festaktus. Herr Dr. Knögel hielt die Festrede in der er eine Darstellung des Entwicklungsganges unseres jungen Herrschers gab, der nach so erschütternden Erlebnissen so kraftvoll die Zügel des großen Reiches ergriffen hat.

Am Maifeste, den 15. Mai, wurden von den einzelnen Klassen folgende Ausflüge unter- nommen: OII: Weinheim Neckargemünd- Heidelberg. MIl: Einsiedel. OI2: Niedernhausen Rauenthal. MI2: Hohe Kanzel Rauenthal. OIII: Weinheim ZLiegelhausen Heidelberg. MIII: Knoden- Starkenburg Heppenheim. OII2: Morgenbachthal- Lorch Niederwald. MII2: Linden- fels. OIIII: Seeheim. MIIII: Niederwald. OIII2: Aschaffenburg. MIII2: Hahnenkamm. OIV: Rossert Königstein. MIV: Langen. OV: Jugenheim. MV: Staufen Eppstein Königstein. OVI: Wilhelmsbad. MVI: Wilhelmsbad.

Am 16. Februar führten die Schüler der oberen Klassen im großzen Saale des Saalbaues die Antigone des Sophokles auf in der deutschen UÜbersetzung von Wendt mit den Mendels- sohnschen Chören. Herr Schneider hatte in gewohnter liebenswürdiger Weise seine Mithülfe gewäührt, für die wir ihm auch hier unseren Dank aussprechen. Aus dem Lehrerkollegium ver- dienten die Herren Dr. Schwemer und Schmidt sich den Dank der Anstalt durch ihre that- kräftige und erfolgreiche Bemühung; letzterer führte die Einübung der Chöre trotz der Schwie- rigkeit der Aufgabe zu einer erfreulichen Vollendung. Auch die instrumentale Begleitung durch das Klavier wurde von einem Schüler der Anstalt ausgeführt. Die Tragödie verfehlte nicht in ihrer großartigen Einfachheit und herzerschütternden Kraft einen nachhaltigen Eindruck auf die Zuschauer auszuüben, unter denen zu unserer Freude auch die Schüler der mittleren und unteren Klassen sich befinden konnten. Nach der Aufführung vereinigten sich die Mitglieder des Lehrer- kollegiums und die Schüler der oberen Klassen mit ihren Anverwandten und Freunden zu einer geselligen Festlichkeit, deren Verlauf nach allen Seiten befriedigte.