Aufsatz 
Die Idealisierung der Naturvölker des Nordens in der griechischen und römischen Literatur
Entstehung
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welche an Homers Abier und ebenfalls an die Herodoteischen Argempäer erinnert. Und dies ermahnt zum Schlusse noch zu erwähnen, dass die Idealisirung bei den Griechen die Gerechtigkeit, die bei den Römern die Tapferkeit und Freiheit, dass sie aber bei beiden Völkern das Glü ck ihrer Idealisirten betont. Noch niecht erwühnt habe ich die»deutsche Treue,« worin Tacitus(14) eine besondere Ursache deutscher Kraft erkennt. Ich muss mir versagen, auch auf diesen Punkt näher einzugehen. Auch von den Reden germanischer und römischer Führer in den Annalen und Historien, welche in allen Taciteischen Tugenden und Schwächen glünzen, kann ich nur ein Wort zum Schlusse sagen: sie führen uns tief in die Anschauung des Historikers von dem freien Naturvolke, von der Aufgabe Roms, und von dem Verhüältnisse beider zu einander ein. Genaueres auch hierüber wird wohl später in einem weiteren Zusammenhang dargelegt werden.

Excurs(zu S. 13).

Der Wohnsitz der Hyperboreer war natürlich im Norden; die klare Etymologie des Namens konnte dies auch nie vergessen lassen. Wie kommt es aber, dass man sie später auch in den Westen versetzte? Ich glaube dies erklären und eine Verwirrung, welche bei Ukert S. 99 u. 397 f. und sonst herrscht, lösen zu können. Die Hyperboreer wohnen am Rhipäischen Gebirge, und zwar daselbst an den Quellen des Istros, nach Aeschylos 8 1Oεeι II9ounSer, Pindar Ol. 3, 14, Apollonios Rhodios IV 284 ff. Da aber der Istros in Westeuropa entspringt, was schon Herodot weiss und erzühlt, entsteht also ein Wider- spruch. Derselbe ist aber zu erklären, indem man die mythischen Vorstellungen vom

IsStros von der Kenntniss seines wirklichen Laufes scheidet. Der mythische Istros ist

das Gegenbild des Nils: dieser kommt aus Süden, jener aus Norden; dieser von den frommen Aethiopen, jener von den frommen Hyperboreern. So ist die Quelle des Istros nach Ap. Rhod. I. c. untg ryousc Bogεα Plνπααος ενν εεασσ gelegen, und nach Pindar sind seine Quellen beschattet(σιαρα), was der Scholiast falsch versteht wenn er sagt Getsdς not nrd rou ras Sαεeiasς ς σeσνιαεοαμινα ν εον αάς τ Aaν cpreic, vielmehr ist eαος wie bei Sophokles vixzeos die Bezeichnung der mitternächtlichen« Gegend, des Nordens. Aber schon im Alterthum unterschied man oft nicht zwischen der mythischen und wirklichen Darstellung, ja das Sophokleische ⁴ν Aνπτο Pmσν, wo der Zusammenhang nur die Deutung»nördlich« zullsst, wird von dem Scholiasten(im Gedanken an die wirkliche Istrosquelle) als»westliche erklärt, dο το rb ß Juger siα. So kamen denn unwillkürlich die Hyperboreer, die Anwohner

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