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niam accipere docuimus*)—; Batavi exempti muneribus et collatiomibus.... bellis reser- vankur.... nec publicanus atterit.... in eodem obsequio et Mattiacorum gens.... mente animoque nobiscum agunt(c. 29). Ebenso c. 8: efficacius obligantur animi civitatuii, quibus inter obsides puellae quoque nobiles imperantur. Natürlich hat nicht Alles eine der- artige Beziehung, wo sie aber möglich war, unterdrückte Tacitus sie nie. In der Haupt- sache ist seine Ansicht von ihnen ganz die des Lucan und Seneca, deren Parallelstellen in Zukunft den Commentaren eingefügt werden sollten. Die libertas der Germanen(und Scythen) preisen Luc. VII 433, Sen. de ira II 15; und dieselbe Freiheit ist dem Tacitus rühmenswerth und verleiht nach seiner Ansicht den Germanen Kraft: quippe Arsaeis regno aerior est Germanorum libertas(37); pari olim inopia ac libertate eadem utriusque ripae bona malaque erant(28); Gotones regnantur, paulo iam adductius quam ceterae Ger- manorum gentes, nondum tamen supra libertatem(43); Privatfehden können leicht geschlichtet werden, quia periculosiores sunt inimicitiae iuxta lihertatem(21). Diese Freiheit ist aber aristokratischer Art, eine Geschlechterherrschaft(11, 13) und dadurch dem aristokratischen Autor noch besonders sympathisch, der nicht ohne Wohlgefallen im Gegensatz zu der Zeit einiger römischer Kaiser hervorhebt: die geringe Stellung der dortigen Freigelassenen sei ein Beweis wahrer libertas(25). Doch die Freiheit kann auch ausarten; ihre Schattenseite bei den Germanen, welche»nulo ofricio aut disciplina adsuefacti«(Caes. B. G. IV 1) sind, ist die Leidenschaftlichkeit(ira), der Mangel an ratio ac disciplina(Sen. de ira I 11; II 15), der ihnen dauerhaften Erfolg im Kriege unmöglich macht(ib. II 15). Gerade so Tacitus.»Tllud ex libertate vitium« ff.(11); die hostium discordia ist nach einer für das Verhältniss zu Rom wichtigen Stelle sehr erfreulich für Rom(33; Sen. ir. I 11 ist ganz ähnlich). Nur die Chatti haben multum, ut inter Germanos, rationis ac sollertiae(30). Auch stimmt Tacitus in dem Lob der naturgemässen Einfachheit und Bedürfnisslosigkeit der Germanen, soweit er solche nämlich wahrheitsgemäss anerkennen kann, mit dem Stoiker Seneca ganz überein. Mit der ungenügendsten Kleidung und Wohnung, dem ürmlichsten Leben sind sie zufrieden und glücklich(Sen. de ira II 11; de provid. 4, 12): eine Dar- stellung, die durch die romantische Schilderung am Schlusse der Germania(46)**) eher fast noch übertroffen wird. Auch dass die Deutschen ihre Götter ohne Bildniss verehren— lucos ac nemora conseerant deorumgque nominibus appellant secretum illud quod sola reverentia vident(9)— ist in Worten ausgedrückt, deren Stimmung sich in Lucan bei Schilderung eines heiligen Haines wiederfindet:»arboribus suus horror inest.. kerroribus addit, quos kimeant, non nosse deos«(III 411, 416).— Mehreren einzelnen Volksstämmen schreibt Tacitus besondere Tugenden zu, so c. 35 den Chauken eine friedliebende Gerechtigkeit,
*) Vgl. hierzu Dio Chrysostomos or. 79 p. 434 R.: erst jetzt sammeln die nördlichen Völker den Bernstein sorgfültig, ⁴αmʃ mπμ☛ o uεαμα˙ννεεα eπι εοσ eudααμαοσνεις.
**) Zu welcher sich Herodots heilige und gerechte Argempäer vergleichen lassen: öP-ro derde e Eraoros oiænrat ff.(IV 23)


