Menschen, in einigem an die Phäaken erinnernd, erscheinen uns hier die Hyperboreer in unbekannter Ferne, an den„schattigen« d. h. im hohen Norden gelegenen mythischen Quellen des Istros, dessen wirklicher Lauf noch unbekannt war, jedenfalls unbeachtet blieb, dessen vermutheter Lauf aber oft mit dem des Nil verglichen wurde: dieser kam vom Süden und so jener vom Norden(vgl. Her. II 33 u. a.), beide aus unbekannten Quellen. Der homerische Hymnus hatte diese noch lediglich als»sehr entfernt« bezeichnet; Aeschylos fg. 191 ihr Land als dem Skythischen benachbart geschildert.
Gleichzeitig lebte der Logograph Hellanikos von Mitylene; und gleichwie die er- habene Dichtungsweise der Zeit mit Vorliebe bei so grossartigen, aber psychologisch wenig verwerthbaren Anschauungen verweilte, so finden wir auch von Hellanikos jenes Volk er- wähnt. Clemens von Alexandria berichtet von ihm:*) robe e Ta⁸ otεονς LAdvεos dntg d Pir dgn olzety io τοper doeæso a Ʒ αιι οωνι⁸ς Jiεανοσνννν, ν z˙ενινρρα Toıras A³ν* Aνκορνυοις TOα‿ενοις Er. gab also vielleicht auch einen ausführlicheren Bericht über sie. Ihren Wohnsitz gibt er ebenso an wie Aeschylos; der Scholiast zu Apoll. Rhod. IV. 284 bemerkt nämlich: rον1σꝓσσοσ †ασ εν τν Tπ˙ενσςσσοσν ααιτα pégso,Sa mν☚ τν P emιαν 69 6 p. ouro eInsy Aνοιον Aloe⁴ ν O&εεν IIoounSei Aerovre oꝰro(fg. 191 N.). Dieses Rhipäengebirge aber war das nördlichste der Erde, das»nächtliche;« so bezeichnet es Alkman in der ältesten Erwähnung desselben (frg. 51 Bgk.) als Piaαs 696 4ν˙soν νυμσ Nrrde Aανας τιεορννο, so Sophokles (Oed. Col. 1248): vp½2e τd Pirdn. Darauf dachte man sich damals die„»schattige« Quelle des Istros(s. o.), und dann jenseits desselben die Hyperboreer im schönsten Lichte wohnend(vgl. Excurs).— αασνα ⸗σ⁴⁊ẽ(deεν ϑ hat Theodoretos) dενασνννσν: in diesen Worten, welche aus Homers dιπατα οοο herzuleiten sind, vereinigt Hellanikos Skythen und Hyperboreer, wie es auch Aeschylos that.—»Sie essen kein Fleisch, son- dern leben von Baumfrüchten:« wie verhält sich dies zu dem homerischen Aaæroꝙdo? Homer will mit letzterem nur eine den Griechen auffällige Sitte, die des Käse- und Butter- essens bezeichnen, nicht aber sagen, dass das Volk sich aller andern Nahrung enthielt, und es würe bei einem so heerdenreichen Volk auch die Verschmähung der Fleischnahrung jeden- falls sehr unwahrscheinlich. Ich vermuthe, dass auf diese neue Art von Heiligkeit oder Gerechtigkeit die damals blühende pythagoreische Lehre von Einfluss war. Pythagoras lehrte bekanntlich, es sei gut, sich der Fleischspeise zu enthalten; er stand aber auch zu dem Hyperboreermythus persönlich soweit in Beziehung, dass man ihn den Ar6⁵.ιλιν ες T οεμρ νGιφεμνοο nannte.**) Man kann also wohl das pythagoreische Ideal auf die idealisirten Naturvölker übertragen haben; es wird dies um so wahrschein-
*) Stromat. I p. 305 c. woraus die Stelle bei»Theodoretus de Graecorum affectibus curandis disp. XII vol. IV p. 1024 sq. ed. Schulz« wie C. Müller Fragm. Histor. gr. I p. 58 angibt, und zwar mit dem Zusatz EAAAνυαοσ ενντα Iσοοσεα⁸, wiederholt ist(fg. 96 M.). Auch Damastes, des Hellanikos Schüler(Suidas s. v.) versetzte die Hyperboreer in das Rhipäische Gebirge(Steph. Byz.).
**) Aristot. bei Ael. V. H. II 26. Diog. Laert. VIII 1, 11. u. a.
Hellanikos.


