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erschienen*) und ebenso der wirkliche Verkehr sie vielfach als höchst roh, wild und schlecht, träge, schmutzig und trunksüchtig erscheinen liess. Doch bildete wiederum das Auftreten des skythischen Weisen Anacharsis zu Solons Zeit ein wirksames Gegengewicht gegen Gering- schätzung.**) Besonders die Dichter folgen meist der von Homer angeregten Betrachtungs- weise, doch nicht ohne Ausnahmen;***) in der Prosa finden wir unter den Geschichtschreibern verschiedene Richtungen, je nachdem sich dieselben durch Reisen und wirkliche Weltkenntniss ihre Ansicht über die Völker bildeten, oder mehr in der Welt der Bücher und Phantasieen lebend der homerischen Tradition folgten. Zu ersteren rechne ich hier insbesondere Herodot, zu letzteren Ephoros. Eine Vermischung der Vorstellungen von Skythen und von Hyper- boreern tritt bereits bei Hellanikos, ja bei Aeschylos ein; jede von beiden Vorstellungen aber hat auch dann noch ihre nicht uninteressante Entwickelung, und mehr und mehr tritt als romantisches Land der Norden †) an die Stelle des homerischen Westens.
Aeschylos folgt der homerischen Tradition: er erwähnt die Skythen mehrmals ihrer Gerechtigkeit wegen. Die Stellen sind folgende. Fg. 192 Nauck.(bei Strabo VII 301): Aλπι πσσdeæe Sornges, euroot euah. Der Dichter bezieht also sowohl das homerische AXaurocot als auch ιναεαœmσαοι auf die Skythen. †f†) Ferner Eum. 703 ff., wo Athene die Einsetzung des Areopags mit den Worten begleitet, Athen werde damit einen Schutz des Rechtes und der Wohlfahrt erhalten
0lo oOdurie dν˙ οραν smπee, our Teuatot oucrs IIéAloαοσα εꝓν½ τυτοισ.
Sparta und das Skythenland sind auch hier als die Wohnsitze der Gerechtigkeit gerühmt, welche nur der Athenische Areopag übertreffen wird! Hier wird sich passend auch ein bei Strabo VII p. 303 erhaltenes Fragment des Epikers Choerilos, eines Zeitgenossen des Euripides, anreihen:
*) Nur die Tauri verdanken es diesem Mythus, dass sie im ganzen Alterthum wohl ohne Ausnahme aufs Schlimmste berüchtigt sind als roh, grausam, räuberisch, blutgierig, ungastlich u. s. w. So wohnten ja schon im homerischen»Lande Jenseits,« der Hypereia, die milden Phäaken und die wilden Kyklopen als Nachbarn( 4)!
**) Um dessen willen erkennt nicht nur Curtius VII 8, 9 die Weisheit der Skythen an sondern nennt sie sogar noch Augustin de civ. dei VIII 9 unter den YVölkern, welche ächte Weisheit kannten. cf. Strab. VII. 301.
**r) Wie z. B. Anakreon, wenn er(frg. 64 B.) von der Sxæνεπσ σ, dem unmässigen Trinken, mit Abscheu spricht.
†) Als Insel der Seligen(Mazdν) erscheint daher auch Leuke im schwarzen Meere (Plin. IV 93).
†r) Denn so ist mit Strabon sdνοsενν—edenfalls zu erklären»mit guten Gesetzen,« nicht aber, wie es auch geschieht,»mit guten Weideplätzen«. Sagt doch noch Athenäus XII. 524 c.: 16„ν v6 Oιςι*τιυοςσmmπμωπ ‿ι ννοω εέεμμαωάσσ ο zvSG v. Sollte aber vielleicht eine ähnliche Verwechslung schon im ersten Ursprung das»gerechteste Volk« aus einem»Volke mit trefflichen Weideplätzen« gemacht haben? Als Frage nur stelle ich dies hierher.
Aeschylos.


