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Damit ist die Stellung Wallensteins zu den Schweden klargelegt. Gegen die Sachsen aber spricht er sich in keiner Weise übel aus; sie waren ihm nur seine Gegner.¹
Um nun den Feinden einen Schein der Aufrichtigkeit zu geben, blieb er nicht in Feindesland, sondern wie ein Besiegter floh⸗ er nach Böhmen und schwand vom Kriegsschauplatze.(P. 1066— 1067; II. 7. 56— 57.) Von Böhmen aus lud er die Feinde zu Unterhandlungen ein, was dieselben, die sich durch die Schlacht bei Lützen so nicht besiegt fühlten, freilich noch übermüthiger machen musste. Dass aber Wallenstein wirklich jetzt schon die Unterhandlungen begann, beweist der ihm(T. 405; I. 5. 183) von Wrangel gemachte Vorwurf, dass sich die Unterhandlungen schon ins zweite Jahr schleppen; die Schlacht bei Lützen geschah aber am 24. November 1632, und die genannte Unterredung fand am Tage vor Wallensteins Ermordung statt, welche am 2. Februar 1634 erfolgte. Also liegt, mit der obigen Angabe übereinstimmend, ein Zeitraum von einem Jahre und zwei Monaten dazwischen.
Diese Unterhandlungen sind schon ein arges Zeichen von der begin- nenden inneren Haltlosigkeit Wallensteins. Wie konnte er auf diese Weise seine Pläne zu einem günstigen Ende führen, da sich doch die vereinten Feinde gewiss von ihren mit ihm gepflogenen Unterhandlungen gegenseitig genau unterrichteten und wohl aus denselben bald die Absicht erkennen mussten, dass sie nur zu Helfern gemacht werden sollten, ohne etwas dafür zu bekommen.* Um so cher, da Wallenstein ihnen nichts von eigener Hand Geschriebenes zukommen ließ— natürlich, um sich dem Hofe gegenüber recht- fertigen zu können, wenn es dazu kommen sollte—, sondern alles von Terzkys Hand.(Vgl. T. 62— 67; I. 3. 9— 14. P. 854; II. 5. 59.) So durch- schaute Oxenstiern, der schwedische Kanzler, Wallensteins Absicht wohl und die Unzuverlässigkeit der Unterhandlungen, denn deren Inhalt war: Schaffung des Friedens und Befriedigung der Schweden durch ein Grenzland(welcher Forderung, von diesen ausgehend, Wallenstein sich schließlich scheinbar an- bequemte(P. 376; I. 5. 154); dafür aber hätten sie ihm zur Erreichung der böhmischen Königskrone behilflich zu sein, was aus den Worten Wrangels(T. 233; I. 5. 11) hervorgeht, nach welchen dieser ihm statt des
1 Der Dichter hat wohl auch dem sächsischen Weimarer Hofe nichts Ubles sagen wollen.
²2 Es ist eben sonderbar, dass Wallenstein nicht nur mit den Sachsen, die ein natür- liches Erbrecht auf die österreichische Nachbarschaft hatten, ihr Gebiet nicht erst zu rauben prauchten wie die Schweden, sondern auch mit den Schweden, welche er doch so gerne aus den deutschen Landen hinaushaben wollte, Unterhandlungen pflegte. Wallenstein wollte aber zunächst eine von beiden Parteien auf seine Seite ziehen, darum that er beiden schön und suchte sie gegenseitig aufzureizen, was diesen doch auffallen musste. Man erkennt, dass Wallensteins Politik an Bestimmtheit verliert, was auch die Erfolglosigkeit derselben ver- ursachte und sie sogar gefährlich machte. Eine solche Politik verfolgte er mit Festhalten eines Zieles, welches gerade seiner Höhe wegen klares, bestimmtes und kraftvolles Handeln
voraussetzte. 3*


