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reichen, das zweite Mittel ergreifen, und deshalb beginnt er jenes eigenthümliche Experimentieren, das er selbst planlos nennt, welches ihm aber seine Feinde am Hofe zu einer furchtbaren Klage umschaffen sollten. Die Widersprüche, in die er sich verwickelt, der Doppelsinn seines jetzigen Lebens und Handelns bringen sein Schicksal», das Gegenspiel, wider ihn auf, den kaiserlichen Hof und seine Helfer, die vorsichtig und klug Mittel suchen und finden, seinen stolzen, königlichen Bau zu untergraben und mit dem Sturze desselben den Helden selbst zu vernichten.(Vgl. T. 160— 172; I. 4. 21— 29.)
Wallenstein knüpfte also Unterhandlungen mit den beiden feindlichen Parteien, den Schweden und den Sachsen, an, um eine dieser auf seine Seite zu ziehen und so das verderbliche Bündnis zu lösen. Dass es Wallen- stein dabei gar nicht auf Aufrichtigkeit ankam, liegt auf der Hand. Die Sachsen hatten wenigstens ihre Heimat an der Grenze des öster- reichischen Gebietes, waren natürliche Nachbarn und nahe Stammverwandte; diesen konnte er also nur die Rachsucht eines Gegners, aber nicht den nationalen Hass entgegenbringen. Die Schweden aber waren Ausländer, hatten entfernt von Deutschland ihre Heimat jenseits der weiten Ostsee. Sie waren nach Deutschland nur um Beute zu machen und Land zu gewinnen gekommen, wie er überzeugt war, und nicht der Erkämpfung des freien Glaubens wegen, wie sie gerne vorgaben; diese hasste er. Er wollte ja Deutschland den Frieden geben, jedes Reich desselben zufriedenstellen, aber dasselbe zerstückeln zugunsten eines nordischen Fremdlings, des so gehassten, das war ganz gegen seine Absicht. Sagt er doch selbst(P. 832— 844; II. 5. 37— 49): Es soll nicht von mir heißen, dass ich Deutschland zer- stückelt hab', verrathen an den Fremdling, um meine Portion mir zu er- schleichen. Mich soll das Reich als seinen Schirmer chren, reichsfürstlich mich erweisend, will ich würdig mich bei des Reiches Fürsten niedersetzen. Es soll im Reiche keine fremde Macht mir Wurzel fassen, und am wenigsten die Gothen sollen's, diese Hungerleider, die nach dem Segen unseres deutschen Landes mit Neidesblicken, raubgierig, schauen. Beistehen sollen sie meinen Plänen und nichts dabei zu fischen haben., Und etwas früher(P. 823— 827; II. 5. 28— 32): So meint ihr wohl(Terzky), ich soll ihm(dem Schweden) ein schönes deutsches Land zum Raube geben, dass wir zuletzt auf eignem Grund und Boden selbst nicht mehr Herren sind? Sie müssen fort, fort, fort! Wir brauchen keine solchen Nachbarn.- Ein anderesmal(T. 1973— 1976; III. 15. 144— 147): Mas geht der Schwed' mich an? Ich hass' ihn wie den Pfuhl der Hölle, und mit Gott gedenk' ich ihn über seine Ostsee heimzujagen. Mir ist's allein ums Ganze.» Dies spricht er sogar, nachdem er bereits vom Kaiser abgefallen, schon das Bündnis mit diesen geschlossen hatte.
¹ Hier als feindselige Benennung der Schweden.


