Aufsatz 
Schillers Wallenstein als tragischer Charakter
Entstehung
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entrissenen Admiralshutes eine Königskrone auf das Haupt setzen wolle, und aus einem Schreiben Oxenstierns an Wallenstein, in welchem ihm jener gesteht, dass er den eigenen Einfall des verstorbenen Königs vollziehe, wenn er ihm zur böhmischen Königskrone verhelfe, woran anknüpfend Wrangel schmeichelnd dazusetzt, dass der Hochselige» zu sagen beliebt hätte, dass stets der Herrsch- verständigste Herrscher und König sein solle.(T. 238 245; I. 5. 1623.)

Die Erlangung der Königskrone von Böhmen, wodurch dem Kaiser ein bedeutendes Land abhanden gekommen wäre, konnte natürlich nur gegen den Willen desselben geschehen, denn dass er freiwillig darauf verzichten würde, konnte bei dessen bekannter Ländergier nicht erhofft werden; das wusste Oxenstiern. Wenn er also wirklich durch Wallenstein etwas erreichen wollte, musste er darauf dringen, dass dieser unwiderruflich mit dem Kaiser breche und sich ihm anschließe(T. 341; I. 5. 119), wobei ihm freilich noch dieser Scrupel übrigblieb, ob denn wirklich auch die Officiere und Soldaten Wallen- steins zu einer solchen Flucht und Felonie bereit sein würden.(Vgl. T. 324 bis 325; I. 5. 102 104.) Zur Erfüllung jener Anforderungen wollte sich aber Wallenstein gar nicht herbeilassen, die Schweden dagegen ließen davon natürlich nicht ab; daher die langdauernde Erfolglosigkeit der Unterhandlungen und die Unmöglichkeit, das gegenseitige Misstrauen zu verscheuchen. In welcher Form aber die Verhandlungen etwa stattfanden, zeigt die schon genannte Scene P. I. 5. Auch hier gehen die Verhandelnden(Wrangel und Wallenstein), ohne einen eigentlichen Erfolg erreicht zu haben, wieder aus- einander, bis dann die Noth schließlich doch eine Vereinigung erzielt. Hätte Wallenstein den Anregungen seines Schwagers Terzky gefolgt, der wie seine noch viel ehrgeizigere und kluge Gemahlin, die Schwester der Gattin Wallen- steins, in der Erhöhung desselben auch die größte Erhöhung seines eigenen Geschlechtes erblickte, so hätte er seine Pläne gewiss sicherer und leichter durchgesetzt, denn diese Anregungen giengen darauf hinaus, den Schweden doch ein Feckchen Landes zu gönnen, da es ja nicht vom eigenen gehe. Was kümmere es ihn, wenn er das Spiel gewinne, wer es bezahle.(P. 828 830; II. 5. 33 35.) Wallenstein aber war zu edel dazu, um ein Verräther sein zu wollen an dem Kaiser, der ihm das große Heer anvertraut, und an seinem Vaterlande. Die daraus hervorgegangene Unentschlossenheit brachte es endlich so weit, dass Oxenstiern die Unterhandlungen abgebrochen wissen wollte (P. 817 823; II. 5. 22 28) mit der Begründung, dass es Wallenstein nimmer Ernst sei mit seinen Reden, dass er die Schweden nur zum Narren haben wolle, sich mit den Sachsen gegen sie verbinden und dann am Ende sie mit einem elenden Stücke Geldes abfertigen. Fast mit Recht konnte noch Terzky (P. 857 860; II. 5. 62 65) ein paar Tage vor Wallensteins Tod zu diesem sagen:«Was du bisher verhandelt mit dem Feind, hätt' alles auch recht gut geschehen können, wenn du nichts mehr damit gewollt, als ihn zum Besten haben,⸗ worauf er zur Antwort erhält:«Und woher weißt du, dass ich ihn