Aufsatz 
Schillers Wallenstein als tragischer Charakter
Entstehung
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bekannten Ziele näher gerückt. Noch zu fürchten stark, ungebrochen, stand ihm der Feind gegenüber, sich durch engere Bündnisse noch verstärkend (P. 1109 1110; II. 7. 99 100), und an seiner Spitze standen ebenfalls noch zu fürchtende Gegner, der schwedische Kanzler Oxenstiern und Bernhard von Weimar, ⸗der junge weimarische Held».(P. 1068; II. 7. 58.) Wenn man die Gemüthsverfassung Wallensteins vor der Schlacht bedenkt, so ist klar, dass der Ausgang derselben mehr als seinen Unmuth wachrufen musste. Wieder fühlte er sich aus der Bahn gedrängt, der einzigen, die ihn zum ersehnten Ziele seiner Hoffnungen führen konnte, trotzdem er doch alles gethan zu haben glaubte, das Glück zu bannen und seine Macht zu behaupten. Zuerst sah er seine Kraft an blinden Naturelementen scheitern, dann an kleinlichen Mitteln, und nun, indem keines von beiden eingriff und eingreifen konnte, musste er doch abermals einsehen, noch zu wenig gethan zu haben. Vielleicht reute ihn die Schlacht bei Lützen insoferne, als er nun glaubte, in diese doch noch mit zu geringer Vorsicht eingegangen zu sein und zu wenig die«tiefsten Qwellen erforscht zu haben, aus welchen ihm das Glück fließen sollte, eine günstige Constellation der Sterne abgewartet zu haben, wahrscheinlich, wenn man annehmen muss, dass er dem Glauben an die Sterne, wenn ihn dieser getäuscht hätte, mehr oder weniger entsagt oder wenigstens misstraut hätte. Gewiss aber ist, dass ihn der Ausgang der Schlacht noch argwöhnischer und finsterer machte und seinen Glauben an die Sterne, jenen unglückseligen Wahn, in seinem Herzen gestählt hat, welcher sich von nun an, einer Furie gleich, an seine Fersen heftet, ihn gerade in entscheidenden Momenten ver- wirrt, seine Kraft zersplittert, ihm fast alle Freiheit raubt und ihn zeitweise mit sehenden Augen fast blind macht. Wallenstein hat aber ein unbezwungenes Herz(T. 2938; IV. 9. 24), das nicht so leicht etwas verloren gibt und jetzt daher sich andere Wege sucht, seine Pläne und Hoffnungen zu erreichen, noch mehr an diesen festhaltend, je mehr es sich von der Erfüllung derselben weggedrängt fühlt. Und jenes Irrlicht einer Königskrone, das nur seine früheren Gedanken und Handlungen so gaukelnd umschwärmte, vom klaren Verstande verdrängt, unbeachtet, ohne Einfluss, kommt ihm nun als etwas Fesselndes, Beglückendes vor, ja, als eine greifbare Hoffnung, wie seine folgenden Handlungen beweisen, und angestrengter richtet er von nun an sein Augenmerk darauf und sucht es zu bannen.

Was dem Wallenstein früher nur Gedanke war, wird ihm nun Wille; die Königskrone ist ihm nun nicht mehr ein bloßes Gedankending, das er nur für sich und seine Träume hat, sondern schon ein erreichbares Ziel,

Zwar erzählt der Wachtmeister(L. 375 376; 6. 198 199), dass immer etwas Großes darauf geschehen sei, wenn das ⸗graue Böcklein(Seni) kam und erschien. Aber es beweist dies zu wenig. Und Seni macht sich ja bei verschiedenen Gelegenheiten bemerkbar, nicht nur beim Befragen der Sterne allein.(Vgl. P. II. 1.)