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los, träumerisch, bloßes Gedankenspiel, seine Kraft aber findet dabei den nöthigen Ausfluss. Er ist sich noch der Unschuld und des unverführten Willens bewusst, und die erlittene Kränkung hat sein Herz nicht verhärtet, sondern das Gefühl der Dankbarkeit gegen den Kaiser bewahrt er noch immer. ¹ (T. 549— 552; I. 7. 106— 109, und T. 167— 168; I. 4. 29— 30.)
II.
Als von neuem noch größere Noth als früher über Kaiser und Reich durch den Schwedenkönig Gustav Adolf hereinbrach, von Feinden, besonders den Sachsen, nach Deutschland gerufen,-um des Glaubens Freiheit, die heilige Lehre des Evangeliums erkümpfen“ zu helfen(T. 360— 361; 1. 5. 138— 139), als vor der schwedischen Stärke die kaiserlichen Heere Jahin. schmolzen und Tilly, der Feldherr der liguistischen Armee, des Kaisers letzte Hoffnung, am Lech gesunken war(wo er Gustav Adolfs UÜbergang verwehren sollte, nachdem er früher schon durch diesen bei Breitenfeld ge- schlagen worden war), der Weg ins Bayerland den siegreichen Feinden offen stand, der Kaiser selbst in seiner Hofburg vor diesen zittern musste, war keiner da, der helfen konnte und als ebenbürtiger Gegner dem Schweden- könige gegenübertreten, keiner, der es verstanden hätte, in die hohlen Lager wieder Soldaten zu sammeln, sie zu organisieren, an sich zu fesseln; nur— Wallenstein allein, der Beleidigte, Schwergekränkte. Aber die Noth war eine ungestüme Presserin; dieser war es mit den hohlen Namen, den Figuranten, den feilen Sclavenseelen, wie sie der damalige Hof unter dem schwachen Kaiser in Fülle aufzuweisen hatte, nicht gedient, sie verlangte die That und nicht das Zeichen, verlangte den Größten und Besten, um ihn ans Ruder zu stellen, und müsste er auch aus dem Pöbel aufgegriffen werden. Wohin sich aber auch die Blicke lenkten, keiner war da wie Wallenstein. Da musste sich der Stolz des Kaisers vor dem Schwergekränkten beugen, denn er musste ihn wieder haben, dass er aufstehe mit einem Schöpfungsworte und in die verlassenen Lager wieder Menschen sammle, denn die Soldaten, welche ja immer nur dem Glücke nachgehen, waren thener.
Zu Znaim befand sich damals Wallenstein, als der Kriegsrath Questen- berg und Werdenberg vom Kaiser zu ihm geschickt wurden, ihn an- zuflehen, ein neues Heer zu schaffen und anzuführen. Sie bestürmten ihn mit Bitten, drohten mit der Ungnade des Kaisers, wenn er sich des Jammers nicht erbarme, und Wallenstein that's. Die Trommel ward gerührt, sein Name gieng wie ein Kriegsgott durch alle Lande, der Pflug, ² die Werkstatt ward
uIn der eGeschichte des dreißigjährigen Krieges» kommt die Ehr- und Rachsucht bei Wallenstein jetzt schon zur Reife.— Die Verwaltung eines Königreiches konnte ihm nicht schwer vorkommen, da er die Verwaltung umfangreichen Landes an seinen Gütern erlernte.
² Vgl. den Recruten im Lager».


