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also, dem Kaiser unterthan haben und unternahm daher die Expedition gegen Stralsund.(Dass er es widerrechtlich angriff, wird nicht berichtet.) Wie aber noch fast jeder Feldherr, so musste auch dieser zeitlich genug erfahren, wie launisch und unbeständig die Fortuna sein könne. Sie wollte nicht, dass Land und Meer einem einzigen unterthan sei und unterstützte Stralsunds tapferen Vertheidiger, den auf sein Geschick auch später so einflussreichen Wrangel, indem sie die wilden Elemente gegen den übermüthigen Belagerer aufwühlte(T. 225— 232; I. 5. 4— 10), der sich in einem Ausbruche des Unmuthes und Zornes gerühmt hatte, die Stadt einzunehmen, und wenn sie mit Ketten an dem Himmel gebunden wäre.(L. 602— 605; 8. 120— 123.) Jene vernichteten seine Schiffe und Belagerungswerkzeuge und rissen ihm den Admiralshut vom Haupte.(Vgl. noch P. 2421— 2423; V. 1. 159— 161 und T. 1499; III. 4. 73, zum Beweise dessen, dass Wallenstein auch heftig und leidenschaftlich sein konnte.)
Die Belagerung von Stralsund bildet einen Wendepunkt in Wallen- steins Leben. Im Auftrage des Kaisers hatte dieser sein gewaltiges Heer geschaffen und es erhalten, ohne dass es dem Kaiser einen Deut kostete. Mit diesem Heere hatte er, der Kriegsfurie gleich, durch ganz Deutschland seine Kreise gezogen und selbst bis an die Scheren des Belt die Schrecken seines Namens getragen, denn überall, wohin dasselbe gekommen war, hatte es die Nahrung sich selbst verschaffen müssen. Ist der Krieg schon an und für sich ein Ubel, so musste diese Armee, die nur auf Kosten des Krieges lebte, ein noch größeres sein. Freund und Feind hatte zur Erhaltung der- selben beisteuern müssen; sie verlangte einmal die Bedingungen ihrer Existenz und Wallenstein die Mittel und Summen, welche ihn in den Stand setzen konnten, seine Heeresmacht sich anhänglich zu erhalten und zu vergrößern. Er hatte der Stärke fürchterliche Rechte ausüben müssen, die Geißel über alle Lunder geschwungen, Hohn allen Ordnungen des Reiches gesprochen, jede Landeshoheit niedergetreten,— aber alles dieses hatte er nur gethan, um seines eSultans» Herrschaft auszubreiten, wie ihm die Gräfin Terzky (T. 557— 559, 603— 614; I. 7. 114— 116, 160— 171) vorhält. Der Kaiser selbst aber hatte diesen Frevelthaten sein Siegel aufgedrückt, da sie ihm zum Nutzen gereichten. Wallenstein war damals der gefeiertste Held, und der dritte Edelstein der Kaiserkrone hieß Wallenstein.(P. 1164; II. 7. 154.) So wenig aber der Kaiser seines Feldherrn Thaten für Frevelthaten angeschen hatte, so noch weniger dieser, der alles durch Nothwendigkeit und Recht geschehen glaubte und erst spät, kurz vor seinem Tode, auf die Ausführungen der genannten Grüfin hin eingestehen musste, dass der Kaiser durch seinen Arm Thaten ausgeführt habe, die nach der Ordnung nie hätten geschehen sollen, ja dass er selbst den Fürstenmantel, den er trage, Diensten verdanke, die Ver- brechen seien. Aber von dieser Seite hatte er es früher nie gesehen. (T. 618— 623; I. 7. 174— 179.)


