Aufsatz 
Schillers Wallenstein als tragischer Charakter
Entstehung
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Schwärmereien und Träumereien, der Hang zum geheimnis- vollen Hinbrüten und Streben schon in des Jünglings Brust, und dies macht auch die später leicht erfolgte Hingabe an die Astrologie erklärlich. Jetzt aber war und blieb sie ihm noch(gegen die Geschichte) ganz fern, und die Verwickelungen der Kriege nahmen seine Aufmerksamkeit zu sehr in Anspruch. Kraftvoller Ehrgeiz bewegt des Jünglings und jungen Mannes Herz, er ist aber noch nicht jene«wilde Flamme, die verzehrend rast», sondern ein mild erwärmend Feuer, das den Menschen ziert und erhebt.(Vgl. S. 17 unten.) Nach dem ungarischen Kriege vermählte sich Wallenstein mit Lucretia v. Wiékow, jener reichen Witwe, die ihm nach ibrem Tode große Güter in Mähren hinterließ.(T. 3846 3849; V. 12. 30 34.) Trotz des Unterschiedes an Jahren begründete diese sein erstes Glück, und dankbar und auch nach ihrem Tode anhänglich, wünschte er, einst an ihrer Seite zu schlummern.

Im Kriege mit Friaul erwies ihm der Kaiser die erste Gunst, indem er ihm eine goldene Gnadenkette gab, die ihm fortan ein Talisman galt und die er stets unter seinem Mantel trug, aus Aberglauben, wie er selbst zugeben wollte, seines Glückes gewiss zu sein, solange er sie besitze.(T. 3531 3539; V. 4. 15 23.) Als die Wirren des dreißigjährigen Krieges den Kaiser in große Noth brachten, stand er ihm treulich bei, und jener belohnte mit gleicher Dankbarkeit seine Dienste, indem er ihn zum Grafen, Fürsten und zum Herzoge von Friedland machte(T. 2574; IV. 2. 130), und er, der einstige schlichte Edelknabe, konnte nun sogar Münzen nach seinem Bildnisse prügen(L. 871; 11. 210) und brauchte im Dienste vor dem Kaiser sein Haupt nicht zu entblößen, was z. B. auf der Wache zu Brandeis der Fall war.(L. 861; 11. 200.) Witwer geworden, verheiratete sich Wallenstein zum zweitenmale mit Isabella Katharina, der Tochter des Grafen Harrach, welche im Drama des Rhythmus wegen Elisabeth heißt.(P. 660; II. 2. 28.)

Als des Kaisers Noth am höchsten war, schuf er ihm jenes berühmte Heer, durch welches er nicht nur ihn, sondern auch sich selbst zu glänzender Höhe erhob. Gegen alle Erwartungen hatte er mit ungeheurer Schnelligkeit 60.000 Mann beisammen, wohl einsehend, dass so viele sich selbst leicht ernähren konnten, und nicht nur 12.000 Mann, welche der Hof verlangte. (L. 749 754; 11. 87 94.) Der gefürchtete Mansfeld war es, der zuerst Wallensteins Heeresmacht und Feldherrntalent fühlen musste. Bei Dessau geschlagen, wurde er durch alle Schlangenwindungen seiner Flucht verfolgt. (Er wollte sich mit Bethlen Gabor von Siebenbürgen vereinigen.) Kein Strom war den Verfolgern ein Hemmnis, kein Wald zu undurchdringlich; und dessen geplante Vereinigung mit Bethlen Gabor misslang.(T. 19241928; III. 15. 95 99.)

Als Wallenstein das Innenland von Feinden gesäubert vor sich sah, wollte er, der Macht seines Talentes bewusst und das Glück stets an seiner Seite fühlend, nicht nur Deutschland, sondern auch die Ostsee, Land und Meer