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die ihm für die Bereitwilligkeit derselben bürgten, einem so verachteten Oberherrn die Pflicht aufzukünden. Alles schrieb er auf Rechnung seiner persönlichen Größe, ohne zu unterscheiden, wie viel er sich selbst und der Würde verdankte, die er bekleidete. Gerade die Armee war es, die später als furchtbarer Gegner wider ihn auftrat; an dem Pflichtgefühl derselben scheiterten alle seine Berechnungen.
Der Feldmarschall v. Illo übernahm es, die Gesinnungen der Com- mandeurs zu erforschen und sie auf den Schritt, den man von ihnen erwarte, vorzubereiten. Er verstand es, ihre Begeisterung für Wallenstein neu zu entflammen, und besorgte bei jenem bekannten Gastmahle die von Wallen- stein verlangte schriftliche Versicherung der Treue bis in den Tod. Diese schriftliche Versicherung wurde aber auf dessen Wunsch erneuert, da er sonst das Commando freiwillig niederlegen wolle. Viele Commandeurs nämlich hatten sich anfangs geweigert, das gefälschte, von Illo untergeschobene Blatt, das aber erkannt wurde, zu unterschreiben und sich nur durch die Schmä- hungen Terzky’s und die Beredsamkeit Illo’'s dazu herbeigelassen, es zu thun, und Wallenstein hatte davon Kunde erhalten. Zudem waren die meisten Namen so unleserlich gekritzelt, dass man eine unredliche Absicht dahinter vermuthen musste. Dieses Vorgehen aber hatte von Seite des gleich davon unterrichteten Hofes die Aufforderung an die Befehlshaber, deren Treue man sich versichert hielt, zur Folge, den Herzog von Friedland, Illo und Terzky zu verhaften, um sie zur Verantwortung zu ziehen, und wenn dieses auf ruhigem Wege nicht zu bewirken sei, sie todt oder lebendig zu ergreifen, sowie die Zutheilung eines offenen Patentes an den Generallieutenant v. Gallas, welches die Armee ihrer Pflichten gegen den Verrüther entließ und sie an diesen verwies, bis ein neuer Generalissimus aufgestellt sei, und zugleich eine gänzliche Amnestie über alles aussprach, was zu Pilsen gegen die Majestät des Kaisers begangen worden war, um die Rückkehr zur Pflicht zu erleichtern.
Die Entfernung des Gallas, der auf die erneuerten Einladungen Wallen- steins hin endlich zwar nach Pilsen gekommen war, aber bloß, um als Augen- zeuge den Kaiser von der drohenden Gefahr desto besser unterrichten zu können, unter dem Vorwande, Altringer, welcher, Krankheit vorschützend, auf dem festen Schlosse Frauenberg weilte, herbeizuholen, die Besetzung von Budweis und Tabor durch die kaiserlichen Truppen, die Abreise des Pieccolo- mini nach Linz mit dem Geführte Wallensteins, um Gallas zurückzubringen, folgten schnell hintereinander. Wallenstein aber legte eine unbegreifliche Blindheit an den Tag, eine Tochter seines Stolzes, der sein Urtheil über eine Person nie zurücknahm und die Möglichkeit zu irren auch sich selbst nicht gestehen wollte. Die geschickten Operationen des Piccolomini und Gallas, die Wallenstein ein Regiment nach dem andern raubten, geschahen in der Weise, wie die im Drama vorgeführten. Prag, auf welches Wallenstein alle seine Hoffnungen setzte, fiel, und endlich einsam und verlassen von allen,


