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und die beiden ersten durch das Band der Verwandtschaft an sein Interesse geknüpft. Graf Piccolomini, der sich in dem Treffen bei Lützen durch einen beispiellosen Muth ausgezeichnet hatte, war der erste, dessen Treue er auf die Probe stellte. Er gab ihm den Vorzug vor allen anderen, weil dieser unter einerlei Constellation mit ihm geboren war. Ihm erklärte er, dass er, durch den Undank des Kaisers und seine nahe Gefahr gezwungen, unwider- ruflich entschlossen sei, die österreichische Partei zu verlassen, sich mit dem besten Theile der Armee auf die feindliche Seite zu schlagen und das Haus Osterreich in allen Grenzen seiner Herrschaft zu bekriegen, bis es von der Wurael vertilgt sei. Auf Piccolomini habe er bei dieser Unternehmung vor- züglich gerechnet und ihm schon im voraus die glänzendsten Belohnungen zugedacht. Dieser that anfangs bestürzt abwehrend, gab aber, die Frucht- losigkeit seiner Widersprüche einschend, scheinbar nach und berichtete die jetzt gemachte Entdeckung sofort nach Wien. Wallenstein aber zweifelte, aller Warnungen des Grafen Terzky ungeachtet, ganz und gar nicht an der Aufrichtigkeit dieses Mannes.
Um endlich den entscheidenden Schritt zum Ziele zu thun, berief er (im Jänner 1634) alle Commandeurs der Armee nach Pilsen, wohin er sich gleich nach seinem Rückzuge aus Bayern gewendet hatte, um mit diesen angeblich die neuesten Forderungen des Kaisers, die Erblande mit Winter- quartieren zu verschonen, Regensburg noch in der rauhen Jahreszeit wieder zu erobern und die Armee zur Verstärkung des Cardinal-Infanten um 6000 Mann Reiterei zu vermindern, zu berathen, und zog dieser Berathung auch heimlich Schweden und Sachsen bei, um mit ihnen ⸗über den Frieden zu tractieren. Mit den Befehlshabern entlegenerer Heere sollte schriftliche Abrede gonommen werden. Zwanzig von den berufenen Commandeurs erschienen, aber gerade die wichtigsten, Gallas, Colloredo und Altringer, blieben aus. Wallenstein, geblendet von dem Glanze einer Krone, bemerkte den Abgrund nicht, der sich zu seinen Füßen öffnete, und versäumte im vollen, lebendigen Gefühl seiner Kraft— ⸗das gewöhnliche Los starker und kühner Seelen⸗—, die Hindernisse gehörig zu würdigen und in Berechnung zu ziehen. Er sah in seiner Armee nichts als eine gegen den Hof theils gleichgiltige, theils erbitterte Macht, ihm allein nur blind unterworfen, und glaubte in den Schmeicheleien, mit welchen man seiner Allgewalt huldigte, und in den frechen Schmähungen des Hofes und der Regierung, die sich eine zügellose Soldateska erlaubte, die wahren Gesinnungen zu vernehmen,
von dem schlechten Ausgange derselben Nachricht gab, so fieng er an, die bittersten Klagen gegen den Hof auszustoßen. Das also hätten wir mit unseren treuen Diensten verdient,- rief er, ⸗dass meine Verwendung so gering geachtet und euren Verdiensten eine so unbedeutende Belohnung verweigert wird! Wer wollte noch länger einem so undankbaren Herrn seine Dienste widmen? Nein, was mich angeht, ich bin von nun an der abgesagte Feind des Hauses sterreich.“ Illo stimmte bei, und so wurde zwischen beiden ein enges Bündnis gestiftet.


