Sachsen, Brandenburger und Schweden, die nur 24.000 Mann stark waren, nicht an, sondern brachte cinen sechswöchentlichen Waffenstillstand in Vor- schlag und erklärte sich sogar zu einem ewigen Frieden mit den Schweden und den Reichsfürsten bereit, dem er selbst dem Kaiser zum Trotze, wenn nöthig, sogar mit Waffengewalt Anerkennung zu verschaffen versprach. Dafür beanspruchte er Böhmen, dem er Religionsfreiheit verhieß. Alles dies wieder ohne Erfolg, denn er ließ es nicht an Widersprüchen fehlen und genoss daher kein Vertrauen.
Darauf folgt der Bericht von der Einschließung der durch List von den Sachsen getrennten Schweden unter Graf Thurn bei Steinau, diesem fluch- beladenen Aufruhrstifter, deren Übergabe auf Gnade und Ungnade und— Thurns Freilassung, von der Einnahme von Liegnitz, Groß-Glogau, Frankfurt a. d. Oder, Görlitz und Bautzen, von der Fortsetzung seiner auf die Be- gründung der eigenen Hausmacht gerichteten, aber erfolglosen Unterhand- lungen mit den Brandenburgern und Sachsen und der durch ihn mit offen- barer Verhöhnung der Befehle des Kaisers zugelassenen Belagerung und Einnahme Regensburgs, auch Straubings und Chams durch Bernhard von Weimar, dem Anführer der Schweden, während welcher er sich nur möglichst langsam der bayerischen Grenze näherte, aber auf das Gerücht eines Einfalles der Sachsen in Böhmen wieder dorthin zurückkehrte, sein Hauptquartier in Pilsen aufschlug, da er vor allem die Erblande schützen müsse, und allen Ermahnungen des Kaisers zum Trotze seine Truppen im erschöpften Böhmen Winterquartiere beziehen ließ; er suchte dieses Königreich zu hüten, als ob es jetzt schon sein Eigenthum wüäre.
Nun aber gieng nach Schillers Erzählung der Hof energischer gegen diesen unbändigen Charakter vor. Dem General de Suys gab er den Befehl, zum Kurfürsten von Bayern zu stoßen, und forderte nun Wallenstein ge- bieterisch auf, dem Cardinal-Infanten Don Fernando, der mit einer Armee aus Italien, von Mailand aus, unterwegs war, einige Regimenter zur Ver- stärkung entgegenzusenden. Jener aber einsehend, dass er länger mit der Ausführung seines Planes gezaudert habe, als die Klugheit rieth, da die günstigen Constellationen fehlten und daher die Zeit noch nicht gekommen war», musste nun Maßregeln zu seiner Sicherung ergreifen, ohne die Gunst der Sterne abzuwarten. Das erste war, sich der Gesinnungen der vornehmsten Anführer zu versichern und alsdann die Treue der Armee zu erproben, die er so freigebig vorausgesetzt hatte. Drei derselben, die Obersten Kinsky, Terzky und Illoi, waren schon längst in das Geheimnis gezogen ¹ Den Obersten Illo hatte er einst überredet, in Wien den Grafentitel zu suchen und ihm dabei die kräftigste Fürsprache zugesagt. Heimlich aber schrieb er an den Minister, ihm sein Gesuch abzuschlagen, weil sich sonst mehrere, die gleiche Verdienste hätten, melden dürften und auf gleiche Belohnungen Anspruch machen. Als IIlo hernach zur Armee zurück- kam, war sein erstes, ihn nach dem Erfolg seiner Bewerbungen zu fragen; und da ihm dieser


