ung einer Urkunde jener Zeit gilt nämlich, ganz abgeſehen von dem Umſtande, wer die Urkunde ſelbſt geſchrieben hat daß das Signum recognitionis von dem in der Urkunde als Recognoscenten genannten Kanzleibeamten eigenhändig gemacht iſt. Eine Vergleichung nun verſchiedener Recognitionszeichen eines und des⸗ ſelben Kanzleibeamten mit einander, gibt uns deshalb weſentlichen Anhalt zu entſcheiden, ob es dieſelbe Ausfertigung oder eine fremde Hand ſei, ob ſomit die Urkunde von demſelben Beamten unterſchrieben, oder von einem andern nachgemacht ſei. Zur Vergleichung und Feſt⸗ ſtellung dieſes Punctes bietet uns eine andere Urkunde des Fuldaer Archivs, welche von demſelben Recognoscenten beglaubigt iſt, eine ſichere Wiederlage. In der Urkunde Pippins vom Jahre 766) iſt die Recognition vollzogen von Baddilo, die Urkunde ſelbſt aber von Hitherius geſchrieben; der tironiſche Zuſatz der Subſcription ſagt ebenſo wie die Urkunde nochmals beſtimmt: ego Baddilo subscripsi; wir haben damit ein außerhalb allen Zweifels ſtehendes Recognitions⸗ zeichen dieſes Kanzleibeamten; vergleicht man nun dieſes mit dem in der Urkunde von 752 ſtehenden, ebenfalls nach der Urkunde von Baddilo herrührenden, ſo ergiebt ſich alsbald, daß dieſe beiden Zeichen ganz verſchiedene ſind, daß alſo das Diplom von 752, da das von 766 unbeſtritten echt iſt, keine Originalausfertigung Baddilo's ſein kann. Selbſt an eine Nachahmung eines wirklichen als Vorlage gedient habenben Baddilo'ſchen Zeichens iſt ſchwerlich zu denken, da die Einzelheiten beider weſentlich von einander abweichen.²) Dieſer Punct iſt von entſcheidendem Momente, umſomehr als die weiter geltend gemachten Gründe wenigſtens durchaus nicht ohne alles Be⸗ denken ſind, dafür, daß es eine Abſchrift ſei, und nicht mit Unrecht beſtritten werden können. Man hat nänlich ferner eingewendet, die Urkunde ſei um deswillen nicht als Original anzuſehen,) weil das Monogramm des Königs des eigentlichen Vollziehungsſtrichs ermangele. Eine genaue Betrachtung der Urkunde, ſowie auch deren Photographie läßt uns dieſen Einwand als nicht ganz ſtichhaltig anſehen, indem deutlich an dem mittleren ſenkrechten Striche des Kreuzes ein doppelter Strich herunter lauft und an ſeinem untern Ende von dem Haupt⸗ ſtriche ganz abſteht und ſo leicht als der eigentliche Vollziehungsſtrich zu erkennen wäre; man kann um ſo weniger Gewicht auf dieſen Punct legen, als in der unbeſtrittenen echten Urkunde Pippins von
¹) Böhmer, 22, Dronke, 28; Schannat, Trad. Nr. 24; Herquet, Nr. 2. ²) Anlage I, a u. b Chrismon, Unterſchrift und Recognitionszeichen. a) Sickel, Beiträge IV, 604.


