747) erhielt; für uns iſt weder dasſelbe im Original noch auch in Abſchrift vorhanden; den weſentlichen Inhalt gibt uns Eigil an, indem er erzählt, mit welcher Bitte Bonifacius dem Throne des Frankenkönigs nahte: habemus enim in solitudine qua Bochonia nuncupatur, iuxta fluvium, qui dicitur Fulda, locum aptum ser- vis Dei inhabitandam repertum, qui ad vestram pertinet ditionem. Nunc vestram pietatem poscimus, ut nobis locus ille donetur, quatenus in eo per vestram defensionem Christo servire quiamus. Auf dieſe Bitte folgte nun der königliche Beſcheid: locus quidem, quem petis et qui— ut adseris— Eihloha nuncupatur, in ripa fluminis Fuldae, quidquid in hac die proprium ibi videor habere, totum et integrum de iure meo in ius Domini trado, ita ut ab illo loco undique in circuitu ab oriente scilicet et occidente a septemtrione et meridie marcho per quatuor milia passuum tendatum. Wir haben damit den Rechtsinhalt jenes Diploms Karl⸗ manns nach ſeinem ganzen Inhalte, was die traditio betrifft, indem Eigil von der auch erbetenen defensio nichts erwähnt, und es iſt höchſt wahrſcheinlich, daß ſelbſt die Worte Eigil's den Urkundenformeln, dispositio u. narratio entnommen ſind. Im Weſentlichen hat dieſe Urkunde Karlmanns der chartula sancti Bonifacii, wie ſie von Brower, Schannat und Dronke aus dem codex Eberhardi entnommen iſt, zu Grunde gelegen, und iſt nur durch die an Ort und Stelle vorgenommene Grenzbeſchreibung im Einzelnen erweitert und ausgedehnt worden.
Die zweite in allen drei Verzeichniſſen aufgenommene Urkunde Pippins vom Juni des Jahres 752(753), wonach Pippin dieſe Schenkung ſeines Bruders Karlmann nebſt dem Privilegium des Pabſtes Zacharias beſtätigt, iſt ebenfalls nicht mehr im Originale vorhanden, dagegen in einer ſehr alten und ihren weſentlichen Theilen nach echter Abſchrift derſelben. Dieſe vorhandene Urkunde ¹) wurde lange Zeit für das Original gehalten und auch noch in neuſter Zeit wurden die Bedenken, die man gegen dieſes Diplom erhoben hatte, für nicht ſtichhaltig und ganz bedeutunglos gegenüber der Autorität des im Archive zu Fulda aufbewahrten und trefflich erhaltenen Originals erklärt.²) Dieſe frühere Anſicht Sickel's wurde ſpäter nach noch⸗ mals genommener Einſicht der Urkunde von demſelben Verfaſſer dahin geändert, daß er es allerdings nicht mehr für die Originalurkunde, wol aber für eine Abſchrift des Originals, ſpäteſtens aus dem Ende des 8. Jahrhundert hält.*) Als ſicherſtes Zeichen der Originalausfertig⸗
¹) Dronke, Nr. 4. Böhmer Nr. 3;
2) Sickel, Beiträge zur Dipl. II, 143 seq.
z) Sickel, Beiträge IV, 599 seg.


