Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 1. Buch. Die Urkunden
Entstehung
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Beweisſtücke für jene Verſammlung gedient haben. Was jedoch den hiſtoriſchen Wert dieſer Urkunde ſelbſt betrifft, ſo hat ſchon(c. d. Nr. 610) Dronke ſeine Bedenken gegen die Originalität dieſes Diploms geäußert; es iſt aber auch nicht einmal Abſchrift eines echten Diploms, ſondern als unecht zu verwerfen.!) Die von Dronke vorgenommene Aenderung des Datums, um 874 zu erhalten, widerſpricht den ur⸗ ſprünglichen Ziffern der Urkunde und dieſe, welche Ingelheim den 18. Mai 875 ergeben, ſtimmen nicht mit dem Aufenthaltsorte des Königs, welcher ſich zu dieſer Zeit in Regensburg befand.) Im Uebrigen bieten Form und Inhalt noch mehr Beweiſe für die Un⸗ echtheit dieſes Diplomes dar, von denen wir hier jedoch vorerſt abſehen können, wo es mehr ſich um das auf der Rückſeite ſtehende Urkundenverzeichniß als um die Urkunde ſelbſt handelt. Beide Copien tragen nämlich auf ihrer Rückſeite zwei Verzeichniſſe der Fuldaer Urkunden und zwar nach Privilegien und Präcepten ganz ſo geordnet wie in dem Verzeichniſſe A., mit dem ſie jedoch theil⸗ weiſe nicht übereinſtimmen. So zählt A. fünf von Karl d. G. dem Abte Rattgar ertheilte Urkunden auf, während B. nur ein Prä⸗ ceptum für dieſen Abt kennt. Das Verzeichniß C. ſtammt aus dem Anfange des zwölften Jahrhundert(um 1130), es führt die Reihen⸗ folge der Päbſte weiter bis auf Innocenz II.(1131 1. April)*); das Verzeichniß A. zählt 23 Nr. auf, die Verzeichniſſe B u. C nur 19 Nr. von Urkunden, welche von den Königen dem Kloſter Fulda bis auf Konrad I.) verliehen worden ſind. C ſtimmt im Allgemeinen mit B überein, nur mit dem Unterſchiede, daß jenes 4 Urkunden Ludwigs des Frommen, dieſes nur 3, jenes zwei Ludwigs des Kindes, dieſes nur 1 aufführt.

Uebereinſtimmend zählen dieſe drei Urkundenverzeichniſſe als erſte Nummer ein Diplom Karlmanns auf; dasſelbe wird auch erwähnt in der Urkunde Pippins und ebenſo legt Eigil im Leben Sturmi's) für deſſen Vorhandenſein Zeugniß ab. Othlo in dem Leben des hl. Bonifacius wiederholt die Angabe Eigils mit den Worten: Porro rex(Carolomannus) iussit chartam suae traditionis scribi, quam ipse propria manu firmavit. Es unterliegt ſonach keinem Zweifel, daß Bonifacius ein ſolches Diplom von Karlmann(12. März

¹) Sickel, Beiträge III, 141; ſchon Heumann 2, 223 hat dasſelbe eben⸗ falls verworfen.

²) Böhmer, Regeſten Nr. 848.

³) Jaffé, Nr. 5354.

4) Die darüber gehende Zeit liegt außerhalb des Kreiſes unſerer Arbeit.

) Pertz, II, 370,