Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 1. Buch. Die Urkunden
Entstehung
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nach Incarnationsjahren noch hinzutritt: Dieſe Formel lautet: Data XVI. aug. anno dominicae incarnationis d. ccc. Il. Xxx. Indictione XIII. anno quarto regni Hludovici serenissimi regis Actum vulda monasterii in dei nomine feliciter amen. Die ſämmtlichen, dem Kloſter Fulda ſpäter ertheilten Karolinger Urkunden, ſoweit ſie noch vorhanden ſind, behalten von da an dieſe Formel (natürlich mutatis mutandis) bei, wenn man die ſeit Ludwig dem Kinde in die Regierungsjahre eingeſchobene adverſative Particel autem oder wie im Diplome Konrads von 912 vero unbeachtet laſſen will. ²)

Von den bereits oben erwähnten älteren Urkunden⸗Verzeichniſſen hat der Herausgeber der Fuldaer Diplome Schannat keines derſelben angeführt und Dronke kannte nur das eine, das wir nach dem Vorgange Herquet's mit A bezeichnen; die Zeit, aus welcher dasſelbe ſtammt, läßt ſich ungefähr zwiſchen 1065 1069 ſetzen. Es iſt dies auf einer eigenen Pergamenttafel in 4 Columnen geſchrieben; die zwei erſten Columnen enthalten der Reihe nach den Namen des Pabſtes, welcher das Privilegium ertheilte und den Namen des Abtes, welcher dasſelbe empfieng; ebenſo wie die 3. und 4. Columne den Namen des Königs, welcher das praeceptum der Immunität er⸗ theilte und den Namen des Abtes, welcher dasſelbe erhielt, angeben.²) Das Verzeichniß der Privilegien reicht von den älteſten Zeiten bis auf den Abt Widerad(1060 1075), und den Papſt Alexander II.(1061 1073) ³) mit 28 Nummern und auf den Kaiſer Heinrich III., welcher am 23. Sept. 1056 dem Abte Egbert(Ekberhtus in der Urkunde). Immunität ertheilte mit 30 Nummern. Die beiden andern Urkundenverzeichniſſe finden ſich auf zwei Urkunden⸗Copien als Dorſalinſchriften. Aller Wahrſcheinlichkeit nach gehören dieſe Copien und Verzeichniſſe zu einer Sammlung von Beweisſtücken, welche dem Fürſtentage zu Mühlhauſen(1069) in der ſtreitigen Zehntangelegenheit vorgelegt wurden. Dieſe Copien ſind durch Pergamentſtreifen ſo untereinander verbunden, daß ſie eine lange Rolle bilden. Sie ſind auf dem Rücken nummerirt und fangen mit Nr. 4 an, woraus ſich ergibt, daß die erſten Nummern ab⸗ handen gekommen ſind. Die erſte dieſer Copien enthält das prae- ceptum Ludwig des Deutſchen und die letzte das Diplom Königs Konrad, von jenem finden ſich außerdem noch zwei Ab⸗ ſchriften; es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß auch dieſe Abſchriften als

¹) Ueber die Berechnung der Regentenjahre und der Indictionen vergl. Sickel Urkundenlehre I, pag. 221. seq.

2) Anlage II.

³) Jaffé, regesta pontificum Romanorum, 3397.