— 21—
Urkunde nach unten ab und da ſie in der Regel über die ganze Breite des Pergaments hinlauft, ſo ſind die einzelnen Worte der Datierung gewöhnlich durch Zwiſchenräume getrennt und den Schluß macht dann die Apprecationsformel: in dei nomine feliciter Amen. In der Pippin⸗ ſchen Kanzlei war es Brauch, daß die Zahlwörter der Datierung in Buch⸗ ſtaben geſchrieben werden, während unter Karl's ſpäterer Regierung faſt durchgehends Zahlzeichen gewählt und nur die kleineren Zahlen in Buchſtaben ausgedrückt werden; wir haben dies für die älteſte Fuldaer Urkunde Pippins(752), wenn dieſelbe auch nur in der uns vorliegenden Form als Abſchrift anzuſehen iſt, zu beachten und auf der in der Datierungszeile vorgenommenen Aenderung des Zahlwortsin Ziffer auf die ſpätere Zeit zu ſchließen; die ſonſtige Datierungsform dieſer älteſten Urkunde, auf die ſelbſt wir ſpäter zu⸗ rückkommen müſſen, entſpricht im Uebrigen dem damals herrſchenden Gebrauche, wonach zumeiſt Tag und Monat nach römiſchem Ka⸗ lender, dann das Jahr nach der Regierungszeit des Regenten an⸗ gegeben wurde. Data mense iunio anno nono(geändert in ij mit viel ſchwärzerer Dinte) regni nostri. Actum Attiniaco palatio publico in dei nomine feliciter amen; gleichlautend iſt die Pippin'ſche Urkunde von 760; nur die von 766 weicht nicht bloß in ſofern ab, daß, wie bereits erwähnt auch der Schreiber genannt wird: In dei nomine Hitherius scripsit feliciter(Amen), ſondern daß ſie die allerdings früher in älteren Merowingerdiplomen vorkom⸗ mende Form datum nochmals bringt, während der normale Aus⸗ druck unter den Karolingern data iſt, wo ſich dies auf das in der Corroborationsformel enthaltene auctoritas bezieht. Die Jahre wer⸗ den in dieſen Diplomen bis 800 nie anders bezeichnet als durch Zählung der Regierungsjahre des betreffenden Fürſten; ſo lauten die drei vorhandenen Original⸗Urkunden Karl's d. G.: data septimo idus ianuarias anno nono et tertio regni nostri etc. oder data in mensi december anno quarto decimo et octavo regni nostri. Erſt in der kaiſerlichen Periode Karl's kam daneben auch die Rechnung nach Indictionen auf; wir haben jedoch für Fulda kein Original mehr aus dieſer Zeit und das der Zeit nächſte iſt das von Ludwig d. F. 816, worin die Indictionen⸗Angabe bereits aufgenommen iſt: data sexto nonas maias anno Christo propitio tertio imperii domni Hludovici piissimi augusti indictione VIIII Actum Aquis- grani palatio regio in dei nomine feliciter amen. In gleicher Form ſind die Urkunden aller ſpäteren Karolinger datirt, bis auf Ludwig III.(878 u. 880), wo den ſeitherigen Beſtimmungen die Rechnung


