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oder Ungewissheit des Erfolges der Hoffnung überließen, jenes, indem sie im Ausführen dessen, was vor Augen lag, auf sich selbst allein zu vertrauen für wert hielten. Und indem sie hiebei es verzogen, Wider- stand zu leisten und zu fallen als nachzugeben und am Leben zu pleiben, entflohen sie der üblen Nachrede, setzten für die entscheidende That Leib und Leben ein und fanden durch ein ganz geringes Vor- herrschen des Verhängnisses nicht in der Furcht besiegt zu werden, sondern in der Vollkraft des Siegesbewusstseins den Tod.
43. Als solche Männer haben sich also diese nach Gebühr dem Staate erwiesen. Die Zurückgebliebenen aber sollen zwar ein minder gefahrvolles Los erflehen, doch ja nicht meinen, einen minder kühnen Muth den Feinden gegentber zu bewähren. Sie sollen nicht nach einer bloßen Rede auf den Nutzen bedacht sein,— über welchen zu euch, wiewohl ihr ihn ohne dies kennet, irgend jemand weitschweifig reden könnte, aufzählend alle die Vortheile, die in der Abwehr der Feinde liegen,— sondern sie sollen vielmehr die Macht des Staates Tag um Tag durch ihr Thun und Lassen berücksichtigen und seine Verehrer werden und,— wann euch der Staat groß zu sein scheint,— sollen sie beherzigen, daß kühne, das Nothwendige berücksichtigende, in ihren Handlungen vom Ehrgefühl geleitete Männer alles das er- worben und dass diese, wenn sie in irgend einem Unternehmen scheiter- ten, deshalb es doch nicht für gut fanden, dem Staate ihre Kraft zu ent- ziehen, sondern sich als das schönste Liebesopfer dem Staate hingaben. Denn gemeinsam opferten sie Leib und Leben und erwarben sich, jeder einzeln, nie alternden Ruhm und eine vor allen ausgezeichnete Grabstätte, nicht nur diejenige, in der sie ruhen, sondern viel- mehr die, auf welcher ihr Ruhm, immerdar bei jeglichem Anlasse in Wort und That gefeiert, verbleibt. Ist doch hervorragender Männer Grab die ganze Erde und nicht bloß der Grabsäulen Inschrift in der Heimat kündet von ihnen, sondern auch in der Fremde lebt bei jeder- mann ungeschrieben ihr Gedächtnis und zwar mehr das Gedächtnis dessen, was sie erstrebt, als was sie erzielt haben. Diesen also eifert jetzt nach und suchet in der Freiheit das Glück, die Freiheit aber in dem Muthe; unterschätzet dabei doch nicht die drohenden Gefahren der Feinde. Denn nicht die Unglücklichen, die keine Hoffnung auf Besserung ihrer Lage haben, werden mit mehr Recht ihres Lebens nicht schonen, als diejenigen, denen ein Umschwung vom Glück zum Unglück bei weiterem Leben droht und denen, wenn sie irgendwie gefehlt, der Unterschied der neuen Lage ungemein fühlbar wird.


