Aufsatz 
Der Epitaphios bei Thukydides / übersetzt und erklärt von Karl Riedel
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großen Denkmalen nicht als letztes unsere Macht hinterlassen, werden wir sowohl von der Mit- wie der Nachwelt bewundert werden, ohne dass wir eines Homer als Lobredner bedürften oder eines Dichters, der durch seine Gesänge den Augenblick entzückt, dessen Entstellung doch der Thatsachen durch die Wahrheit entlarvt wird, sondern des- halb, weil wir jedes Meer und Land durch unsere Kühnheit gezwun- gen, uns Zutritt zu gewähren, und weil wir allüberall dauernde Denk- male unserer Strenge wie unserer Güte aufgestellt haben. Für einen solchen Staat sind nun diese da im heldenmüthigen Kampfe gefallen, indem sie mit Fug und Recht nicht zugeben wollten, dass er ihnen entrissen werde, und es ist billig, dass ein jeder der Hinterbliebenen sich für diesen Staat einzusetzen bereit ist.

42. Aus dem Grunde eben auch habe ich ausführlich über unsere Staatseinrichtungen gesprochen, um sowohl den Beweis zu liefern, dass wir und diejenigen, welche den unsern in nichts ähnliche Staatseinrich- tungen besitzen, nicht um Gleiches ringen, als auch, um zugleich den Ruhm derjenigen, über die ich jetzt spreche, durch augenscheinliche Beweise zu erhärten. Die Hauptmomente ihres Ruhmes habe ich be- reits besprochen. Alles das nämlich, was ich an unserem Staate pries, das haben die männlichen Leistungen dieser und ihresgleichen auf das glänzendste bethätigt, und nicht bei vielen der Hellenen möchte wohl gleich wie bei diesen es offen zu Tage treten, dass der Thatenruhm und die Thaten sich die Wage halten. Mir scheint den männlichen Heldenmuth, mag er sich hiemit das erstemal gezeigt oder zum letzten- mal als erprobt sich erwiesen haben, ihr jetziger Tod ins helle Licht zu stellen. Ist es doch eine Sache der Gerechtigkeit, auch den in übrigen Stücken Schlechteren die den Feinden gegenüber um des Va- terlandes willen bewiesene Tapferkeit in erster Linie anzurechnen. Sie machten nämlich durch ein tapferes Verhalten ihre Mängel vergessen und waren so dem Staate mehr vom Nutzen, als sie durch ihr Privatle- ben geschadet.

Von diesen aber ward keiner, den weiteren Genuss vorziehend, durch Reichthum verweichlicht, noch hat einer in der Hoffnung, der Armut etwa noch entfliehen und zu Reichthum gelangen zu können, der Gefahr durch Aufschub sich entzogen, sondern sie hielten die Züchtigung der Feinde für erstrebenswerter als alles dieses und, indem sie die hiemit verbundene Gefahr für die ehrenvollste ansahen, wollten sie unter Ubernahme dieser Gefahr einerseits die Feinde züchtigen, anderseits das Aufgeopferte erringen, dies, indem sie die Gewissheit