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*Anthea cereus, die grüne Seeroſe, oft von noch größeren Dimenſionen als crassicornis; leicht kenntlich an den bis 1,5 dm langen Fangarmen, die ſtets in ſchlängelnder Bewegung ſind; Nordſee, Atlantiſcher Ocean, Mittelmeer.
*Actinia mesembryanthemum, die Erdbeer⸗Seeroſe, von ſehr verſchiedener Färbung, am häufigſten rothbraun mit hellen Tupfen, Fangarme roth, mit leuchtend blauen Warzen am Grunde derſelben. Man ſieht oft ſehr kleine, nur erbſengroße Exemplare derſelben im Aqua— rium; dieſelben ſind hier geboren; ſie kommen vollſtändig ausgebildet aus dem Munde der alten hervor. Auch ſieht man bisweilen dieſe Art an der Glasſcheibe ſitzen, ein Zeichen, daß die Thiere Ortsbewegung haben; ſie rutſchen auf der Sohle ihres Körpers langſam weiter. Noch beweglicher als dieſe Art iſt:
Actinoloba dianthus, die Seenelke(Becken 6), vielleicht die ſchönſte der Seeroſen. Wer ſie in voller Entfaltung ſehen will, muß in der Dämmerung dem Aquarium einen Beſuch machen: die tagsüber mehr oder weniger geſchloſſenen Thiere vergrößern ſich dann durch Waſſer⸗ aufnahme, entfalten ihre, aus einer großen Zahl zarter Fangarme beſtehende Krone und prangen in den prachtvollſten Farben: rein weiß, milchweiß, citronengelb, roth, olivenbraun; bei den dunk⸗ leren Exemplaren ſind die Fühler gewöhnlich weiß. Die Seenelke findet man oft an der Glas⸗ wand ſitzend und man kann dann nicht nur beobachten, wie ſie ſich fortbewegt, ſondern auch wie ſie ſich auf dieſen Wanderungen fortpflanzt. Hie und da läßt ſie ein Stückchen von ihrem Fuße an der Unterlage zurück; betrachtet man daſſelbe einige Tage ſpäter, ſo hat es ſich zu einem kleinen Cylinder geſtreckt, der dann bald auch einen Tentakelkranz erhält und ſo zu einer kleinen See⸗ nelke wird. Dieſe merkwürdige Art der Fortpflanzung nennt man die Fortpflanzung durch Theilung.
*Sagartia parasitica, die ſchmarotzende Seeroſe, ſchmutzigweiß mit braunen Längsſtreifen, iſt in der Regel nicht im Seeroſenbecken zu finden. Man ſetzt ſie zu ihren Freunden, den Einſiedlerkrebſen; ſehr bald hat ſie mit einem von dieſen ein näheres Verhältniß angeknüpft; ſie ſetzt ſich auf das von dieſem bewohnte Schneckenhaus und wird von dem Krebs umhergetragen. Zweifellos werden beide Thiere aus dieſer Vergeſellſchaftung einen Nutzen ziehen; jedenfalls hat die Seeroſe den Vortheil, daß ſie bei dem Umhertrollen des Krebſes ſtets in neue Waſſerſchichten mit neuer Nahrung kommt, während dieſer möglicherweiſe durch die wegen ihrer Neſſelorgane gefürchtete Seeroſe beſſer vor den Nachſtellungen ſeiner Feinde geſchützt iſt.
*Sagartia bellis, das Seemaasliebchen, braun, mit weißgefleckten Fangarmen.
*Actinia zonata, die Gürtel⸗Seeroſe, mit ringförmigen, braunen Streifen um den Körper und grünen Fangarmen. Adriatiſches Meer.
* Cerianthus eylindrieus ſteckt mit ihrem ſchlanken Leibe tief im Sande in einer vorzüglich aus abgeſtoßenen Neſſelfäden aufgebauten Röhre und ſtreckt nur die aus langen, dünnen Fang⸗ armen beſtehende Krone hervor. Atlantiſcher Ocean, Mittelmeer.
Aleyonium digitatum, die Meerhand, iſt eine aus vielen kleinen Polypen zuſammenge⸗ ſetzte Colonie, ein Polypenſtock, mehr oder weniger handförmig, von gelblichweißer Farbe. Pflegt ſich nicht lange in den Aquarien zu halten; vielleicht hat dies ſeinen Grund darin, daß das Thier im Freileben nur in größeren Tiefen vorkommt.


