das zur Ernährung Brauchbare entzogen wird und verläßt ſammt den unverdaulichen Partikelchen den Schwamm eben durch jene oscula. Ein ſolcher Schwamm iſt nicht ein einzelnes Thier, ſon⸗ dern eine Colonie von vielen ſehr einfach gebauten Thieren, die durch ein gemeinſchaftliches Scelet geſtützt werden; dasſelbe beſteht bei Suberites aus Kieſelnadeln, bei andern Schwämmen aus Kalkkörperchen oder aus Hornfaſern, wie bei unſerm Badeſchwamm.
Eine andere Art der Gattung Suhberites findet ſich ebenfalls in Becken 1 ziemlich häufig,
Suberites domuncula, auch aus dem adriatiſchen Meer. Er bildet ſcheinbar eine mehr oder weniger kugelförmige Maſſe mit einem Loch, das regelmäßig von einem Krebs bewohnt iſt. Bei ein⸗ gehender Unterſuchung ergiebt ſich folgendes: die Grundlage des ganzen Gebildes iſt ein Schnecken— gehäuſe, gewöhnlich das eines Murex brandaris; in demſelben wohnt ein Einſiedlerkrebs und auf demſelben hat ſich der Korkſchwamm angeſiedelt; allmählich überwächſt er das ganze Gehäuſe und droht endlich den Krebs in ſeiner Behauſung einzukerkern.
Polypen oder Korallenthiere findet man vorzüglich in den Becken 14 und 6. Zu ihnen gehören die Seeroſen.
Tealia crassicornis, die dickhörnige Seeroſe, die ſich von den andern durch ihre bedeutende Größe und ihre kurzen, dicken Fangarme auszeichnet, läßt uns am beſten den Bau eines ſolchen Thieres überblicken. Der etwa 60 mm hohe und 1 dm breite Leib ſtellt einen Cylinder vor, der von dem Kranz der Fangarme gekrönt wird; in mitten dieſes Kranzes liegt eine Oeffnung, der Mund. Die Fangarme ſind im Vergleich mit denen anderer Seeroſen kurz und ſtumpf; letztere Eigenſchaft erlangen ſie merkwürdigerweiſe erſt bei längerer Gefangenſchaft, denn die der frei— lebenden ſind zugeſpitzt. Nicht alle Exemplare indes gewähren uns den beſchriebenen Anblick; einige zeigen den Fangarmkranz nur unvollkommen, ſie ſind halb geſchloſſen, andere ganz geſchloſſen. Bei einer Fütterung reicht der Wärter der Seeroſe ein Stück Fleiſch mit der Pincette; die See⸗ roſe ergreift dasſelbe mit den Fangarmen und läßt es im Munde verſchwinden. Es wird nun in einem Hohlraum im Innern, der Magen und Darm zugleich vorſtellt, verdaut und das Un— verdauliche wird wieder durch den Mund ausgeſtoßen. Sollten wir es zufällig treffen, daß auch Granatkrebſe(S. 15) ſich in dem Becken befinden, ſo wird es uns auffallen mit welcher Vorſicht die— ſelben die Seeroſen meiden, geſchieht es aber doch, daß ein ſolcher eine Seeroſe berührt, ſo werden wir bemerken, wie er ſcheinbar erſchreckt zurückfährt. Er hat ſich an der Seeroſe gebrannt; dieſelbe hat viele kleine giftige Geſchoſſe, ſog. Neſſelkapſeln, die ſich zu Tauſenden in ihrer Haut befinden, auf den Krebs geſchleudert. Die Neſſelorgane ſind microscopiſch kleine Kapſeln, die einen ſcharfen, giftigen Saft und einen ſpiralig aufgerollten Faden enthalten, der bei der Entladung ſich aus⸗ ſtülpt und dem Weſen, auf welches die Neſſelkapſel entladen wird, anhaftet. Zarte Geſchöpfe wer⸗ den ſofort von denſelben getödtet, kräftigere gelähmt. Die Seeroſe erbeutet mit ihnen ihre Nah— rung, die aus Krebſen, kleinen Fiſchen und anderen Seethieren beſteht. Bei der Berührung der dickhörnigen Seeroſe mit der Hand fühlt man keinen Schmerz, aber man hat das Gefühl als ob man an derſelben feſtklebe. Die jetzt ausgeſtellten Exemplare ſind zum Theil bereits ſeit 1877 im Aquarium.
Alle übrigen Seeroſen ſind nach demſelben Grundplan gebaut wie die crassicornis; ſie unter— ſcheiden ſich nur in Größe, Geſtalt und Farbe. Im Aquarium finden ſich noch:


