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Die Minimaltemperaturen intereſſiren hier weniger, da in einem Aquarium ja durch Hei⸗ zung einem zu ſtarken Sinken der Temperatur leicht entgegengearbeitet werden kann. Wie aber vermeidet man, daß das Waſſer nie die Maximaltemperatur erreicht, geſchweige denn ſie über⸗ ſchreitet? Man hat das bei den meiſten großen Aquarien dadurch erreicht, daß man ſie zum Theil in die Erde verlegte. Auch bei dem hieſigen iſt dies geſchehen und zwar ſo, daß auch der eigent— lich oberirdiſche Theil des Gebäudes in einem Erdhügel verſteckt liegt, der aus der beim Aus⸗ graben der Teiche des Gartens, ſowie des Tiefreſervoirs geförderten Erde aufgeſchüttet worden iſt. Die Temperaturverhältniſſe unſeres Aquariums haben ſich nun ſehr günſtig geſtaltet; im ver⸗ gangenen Jahre, das durch ſehr extreme Temperaturen ausgezeichnet war, waren die Monatsmittel:
Januar. 8,690 E. Februar. 9,10⁰ C. März. 8,890„ April. 10,650„ Mai. 11,960„ Inni.. 14,040„ 8 Juli 16,240„ Auguſt 16,680„ September 16,30⁰⁰0„ Oktober. 13,72⁰0„ November 11,95⁰„ December 11,51⁰„
das Jahresmittel darnach 12,48⁰ C.
Das Minimum war vom 29. Januar bis 6. Februar 8,12⁰° C., das Maximum am 6. Sep⸗ tember 17,750 C. Mithin iſt das Maximum der Nordſee, des im Sommer kälteſten der in Be⸗ tracht kommenden Meere nie erreicht worden. Daß das Waſſer unſeres Aquariums nicht einmal bedenkliche Minima erreicht, dafür ſorgt einerſeits wiederum die Lage deſſelben in der Erde, die den Froſt nicht ſo leicht eindringen läßt, andererſeits aber iſt bei niedriger Lufttemperatur, ſchon des Publikums halber, der Innenraum des Aquariums geheizt und zwar durch den Dampf einer in der Nähe des Aquariengebäudes ſtehenden Dampfmaſchine, deren eigentliche Beſtimmung iſt, das Hochreſervoir für den Teich des Gartens mit Waſſer zu ſpeiſen.
Daß auch das Licht in Frage kommt, iſt bei der hohen Bedeutung deſſelben für das Leben der Thiere und Pflanzen von vornherein ſelbſtverſtändlich, auch erfordert ja die Beobachtung ein gewiſſes und zwar möglichſt großes Quantum Licht. Daß letzteres jedoch für ein Aquarium über⸗ haupt am zuträglichſten ſei, läßt ſich nicht behaupten. Schon das üppige Gedeihen der Algen im hellen Lichte gebietet eine gewiſſe Dämpfung deſſelben und das Beſtreben ſo vieler Waſſerbewohner ſich an möglichſt dunkeln Stellen der Becken zu verbergen zeugt dafür, daß ihnen mit allzu großer Lichtfülle gar nicht gedient iſt. Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß gewiſſe Erkrankungen, die zumal an den Augen der Fiſche der Aquarien ziemlich häufig auftreten zu intenſivem Licht zuzuſchreiben ſind. Directes Sonnenlicht trifft die Becken unſeres Aquariums nie; über denſelben befindet ſich ein Dach von gegoſſenen Glastafeln, deren rauhe Oberfläche das Licht weſentlich mildert.
Zur Ernährung der Bewohner des Aquariums dient Fleiſch in verſchiedenſter Form; die meiſten ſind eben Fleiſchfreſſer. Das Meer beherbergt allerdings auch eine Menge Pflanzenfreſſer, dieſe ſind aber durchweg kleinere Formen, die ſich zum Theil wegen ihrer Kleinheit, zum Theil wegen ihrer Lebensweiſe nicht zum Ausſtellen eignen. Die Flora des Meeres beſteht, außer dem bekannten Seegras, Zostera marina, weſentlich aus Tangen. In geringerer Tiefe finden wir in


