Aufsatz 
Die Eröffnung des Goethe-Gymnasiums
Entstehung
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Bildungsanstalt zu Berlin die Lehrbefähigung zur Erteilung von Turnunterricht an höheren Schulen. Im Zeichnen bildete er sich an der Kunstgewerbeschule zu Frankfurt a. M. und an der Zeichenakademie zu Düsseldorf 1894/95 aus und bestand daselbst im Juli 1895 die Prüfung als Zeichenlehrer für höhere Schulen.

Als Lehrer wirkte er vom Oktober 1880 an zu Schönborn(Amt Diez), zu Schierstein a. Rh., zu Bocken- heim und seit Ostern 1888 an der Battonn-Schule zu Frankfurt a. M. Am 1. Oktober 1896 wurde er als Zeichen- und Turnlehrer an das Goethe-Gymnasium berufen.

Über die weitere Vervollständigung des Lehrerkollegiums wird im nächsten Programm eingehender zu berichten sein.(Vergl. S. 39 b, 11.)

Herr Anton Bellgard vollendete Michaelis 1896 sein Probejahr und ist seitdem als wissenschaftlicher Hülfslehrer am Goethe-Gymnasium beschäftigt; zur selben Zeit trat Herr Dr. Ludwig Ziehen sein Probejahr an.

2. Schulfeste und Prüfungen.

Am 10. Mai beging unsere gesamte Stadt das Friedensfest, dessen Mittelpunkt die Enthüllung des Denkmals des Gründers des Reiches, Kaiser Wilhelms., bildete. Seine Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin wurden beim Einzug in die Stadt von den Spalier bildenden Schülern begrüßt. Der Enthüllungs- Feier durften 16 Schüler der Gesamtanstalt, 8 unserer Abteilung, sowie mehrere Professoren anwohnen. Die Eindrücke dieses Tages werden unseren Schülern, wir sind dessen sicher, unvergeßlich bleiben.

Das Maifest wurde am 13. Mai, das Sedanfest am 2. September, beide in gewohnter Weise be- gangen. Herr Professor Dr. Reuß hielt bei dem letzteren die Festrede.

Das Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers wurde am 27. Januar durch Gesänge und Dekla- mationen gefeiert. Der Unterprimaner Rudolf Maué hielt einen Vortrag über die alte Kaiserstadt Trier, wobei

er zugleich eine Parallele gab zwischen dem römischen und dem deutschen Kaisertum. Eine Ansprache des Direktors schloß die Feier.

Am 16. Februar versammelten sich die evangelischen Schüler in der Aula um das Andenken Philipp Melanchthons an seinem 400. Geburtstage zu feiern. Der Direktor wies die engen Beziehungen nach, in denen Melanchthon zu den Gründern und ersten Rektoren unseres Gymnasiums, Wilhelm Nesen und Jakob Micyllus, gestanden hat.

Die Feier der hundertjährigen Wiederkehr des Geburtstages Kaiser Wilhelms I. wurde am 22. März durch Gesänge und Deklamationen festlich begangen. Herr Oberlehrer Dr. Schwemer hielt die Festrede, in der er eine tief durchdachte Darstellung sowohl des gewaltigen Wirkens als der vorbildlichen Persönlichkeit des viel- geliebten Herrschers, dieses wahren Vaters des Vaterlandes gab. Der Direktor verteilte mit einer Ansprache an 36 Schüler der Anstalt Exemplare der Nachbildung einer von dem alten Kaiser vollzogenen eigenhändigen Nieder- schrift des Beckerschen Rheinliedes, die zu diesem Zwecke vom Königl. Provinzial-Schulkollegium übersandt waren.

Die schriftliche Reifeprüfung fand in den Tagen vom 10. bis 15. August statt, die mündliche am 8. September unter dem Vorsitze des Herrn Geheimen Regierungs- und Provinzial-Schulrats Dr. Lahmeyer; Herr Konsistorialrat D. Dr. Ehlers wohnte der Prüfung als Vertreter des Kuratoriums bei. Von den 29 Schülern, die sich gemeldet hatten, traten zwei nach dem ungünstigen Ausfall der schriftlichen Prüfung zurück, die übrigen bestanden die Prüfung, 14 wurden von der mündlichen Prüfung befreit. Die beiden zurückgebliebenen Schüler unterzogen sich von neuem in den Tagen vom 15. bis 19. Februar der schriftlichen und am 17. März der münd- lichen Prüfung, wobei der Direktor den Vorsitz führte und das Kuratorium durch Herrn Dr. Friedleben ver- treten war. Diesmal erhielten beide die Reife.

Die schriftliche Abschlußprüfung fiel in die Tage vom 31. August bis 5. September, die mündliche wurde am 14. September abgehalten. Von den 24 Schülern, die der Untersekunda angehörten, erhielten 22 die Versetzungsreife.

Unter dem 8. Mai 1896 wurde durch Vermittlung des Reichskommissars für die Weltausstellung in Chicago dem Gymnasium für die Ausstellung seiner Programme die Bronzemedaille nebst Certificat zugestellt: For continuous progress as shown in programms and reports from 1739 to 1892.