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10. 1897, 13. März. Mitteilung einer Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums, wodurch genehmigt wird, daß an allen höheren Schulen in Frankfurt a. M. versuchsweise im bevorstehenden Sommerhalbjahr der Unterricht in die Zeit von 7—12 und nach 3 Uhr gelegt wird.
11. 1897, 23. März. Die wissenschaftlichen Hülfslehrer Herren Dr. Otto Weismantel und Dr. Otto Lier- mann(letzterer bisher am Lessing-Gymnasium) sind durch Magistratsbeschluß vom 26. Febr., bestätigt vom Königl. Prov.-Schulkoll. unter dem 17. bezw. 16. März, vom 1. April ab zu Oberlehrern am Goethe-Gymnasium ernannt worden.
III. Chronixk.
l. Veränderungen im Lehrerkollegium und Beurlaubungen.
Herr Professor Gillhausen und Herr Professor Caumont waren während des Sommerhalbjahres wegen Krankheit beurlaubt; ersterer ist uns nach einer schweren Kur frisch und thatkräftig zurückgegeben worden, und er hat ohne erheblichen Anstoß während des ganzen Winters seine Kraft wieder in den Dienst unserer Schule stellen können. Herr Professor Caumont dagegen sah sich genötigt, um seiner schwankenden Gesundheit willen seine Versetzung in den Ruhestand nachzusuchen. Er hat fast 25 Jahre lang in treuer, ge- wissenhafter Pflichterfüllung als Lehrer des Französischen und Englischen an unserer Anstalt gewirkt; durch seine Herzensgüte und Liebenswürdigkeit hat er sich alle Mitglieder des Lehrerkollegiums zu wahren Freunden gemacht und als feiner Kenner der Sprache und Litteratur seines Mutterlandes sich die hohe Achtung seiner Kollegen und seiner Schüler erworben. Unsere Freundschaft folgt ihm auch ferner, und wir wünschen ihm, daß seine künstlerische Gestaltungsgabe noch manche Frucht schöner Poesie zeitige.
Herr Professor Dr. Israel-Holtzwart ist zwar vorwiegend an der Abteilung II, dem jetzigen Lessing-Gymnasium thätig gewesen und nur mit einer geringen Stundenzahl an unserer Abteilung. Wir be- trachten ihn darum nicht minder als den unseren, denn auch wir haben einen schweren Verlust dadurch erlitten, daß er, einem langwierigen Leiden endlich nachgebend, seinen Abschied aus dem Schuldienste nahm. Als ein von Gott begnadeter Lehrer, zugleich hervorragend in seiner Wissenschaft, hat er trotz der zeitlichen Kürze seiner Wirksamkeit an unserer Anstalt dauernde Spuren seines Geistes und Wirkens hinterlassen. Möge er uns in Freundschaft zugethan bleiben!
Von des Königs Majestät wurde den beiden ausscheidenden Kollegen in Anerkennung ihrer Verdienste der Rothe Adler-Orden vierter Klasse verliehen(Vergl. S. 39).
Ein weiterer Verlust drohte unserer Anstalt. Höchst ehrenvolle Anerbietungen veranlaßten Herrn Oberlehrer Dr. Schwemer zu dem Versuche, auf einem anderen Gebiete der Thätigkeit sich eine neue Lebens- stellung zu schaffen. Trotz glänzender äußerer Vorteile zog ihn die Liebe zu seinem Berufe wieder an unsere Anstalt zurück, und da die städtischen und staatlichen Behörden ihm gerne bis zu seiner endgültigen Entscheidung die hiesige Stelle offen hielten, durften wir ihn nach einem halbjährigen Urlaub wieder als unseren Mitarbeiter freudig begrüßen.
Die Vertretung der während des Sommerhalbjahrs beurlaubten Lehrer wurde von den Herren Dr. Aust, Temme, Dr. Prigge, Ankel und Knoegel übernommen, denen wir für ihre bereitwillige und ersprießliche Hülfe unseren besten Dank aussprechen.
Die Neuorganisation des Goethe- und Lessing-Gymnasiums, die bereits im Herbste im wesentlichen er- folgte, machte die Anstellung eines Zeichen- und Turnlehrers an unserer Anstalt nötig.(S. S. 39.) Wir freuen uns in Herrn Hermann Thielmann einen Mitarbeiter gefunden zu haben, der sich schnell in die besonderen Aufgaben unserer Schule eingelebt hat und der uns allen bereits ein lieber Kollege geworden ist. Über seinen Lebensgang berichtet derselbe Folgendes:
„Heinrich Hermann Thielmann, ev. Konfession, geboren am 7. Januar 1861 zu Zeppenfeld, Kr. Siegen, besuchte daselbst die Elementarschule, dann die Rektorat-Schule zu Neunkirchen, die Präparanden-Anstalt zu Herborn und das Lehrer-Seminar zu Dillenburg. Ostern 1887 erhielt er nach halbjährigem Besuch der Turnlehrer-


