Aufsatz 
Die Eröffnung des Goethe-Gymnasiums
Entstehung
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bedienende Fensterflügel gewonnen, während die großen Oberflügel nur vom Schuldiener bei jeweiliger Reinigung geöffnet werden sollen.

Die Möglichkeit dieser starken Durchbrechung der Klassenfrontwände wurde dadurch erzielt, daß das mittlere Fenster jeder Klasse einen risalithartigen Vorsprung der Front bildet, so daß die beiden Pfeiler, auf denen die eisernen Träger der Decke lagern, ohne verbreitert werden zu müssen die erforderliche Standhaftigkeit erhielten. Daß hiermit zugleich ein wirksames Façadenmotiv gewonnen wurde, mag beiläufig erwähnt werden.

An besonderen Einrichtungen ist noch zu erwähnen, daß die Klassen mit einem Bankmodell ausgerüstet wurden, welches eine Benutzung der Banktische als Stehpult gestattet, so daß gewisse Unterrichtsstunden, oder Teile derselben, stehend abgehalten werden können. Diese durch Herrn Direktor Reinhardt gegebene Anregung bringt viel- leicht ein neues, wertvolles Moment in die Bestrebungen nach hygienisch zweckmäßiger Konstruktion der Schulbänke.

Die Schultafeln sind sämtlich als Doppelschiebtafeln an der Mitte der Klassenwand angebracht. Kartenhaken ermöglichen das Aufhängen von Wandkarten vor der Tafel. Messingstangen mit verschiebbaren Haken an der den Fenstern gegenüberliegenden Klassen- wand sowie neben der Tafel dienen zur Aufhängung von Bildern und ähnlichem Unter- richtsmaterial.

Um die Wandtafel den Blicken der Schüler freizugeben, sind die Kathedertische nahe zur Fensterwand aufgestellt. Um Raum zu sparen endlich sind die notwendigen Klassenschränke in Wandnischen eingebaut.

Die Bibliothek ist mit Büchergestellen nach dem Ebrard-Wolff'schen System ausgestattet, vor denen sich in halber Höhe eine Laufbrücke befindet. Die Bibliothek ist auf diese Weise ohne Verbauung des Raumes im stande, etwa 8000 Bände aufzunehmen.

Die Turnhalle ist durch den Arkadengang, welcher sich an der Hauptfront vor dem Haus hinzieht, trocken zu erreichen; sie enthält außer einem kleinen, als Windfang dienenden Vorraum eine Gerätekammer und eine Garderobe, in welcher Schränke zur Aufnahme für Turnschuhe, klassenweise verschließbar, aufgestellt worden sind. Über beiden Räumen befindet sich eine geräumige Empore, von der aus man einen schönen Überblick über die 11 m breite, 21,5 m lange Halle hat. Diese hat einen auf Lagerhölzern elastisch verlegten eichenen Fußboden erhalten. Die Decke ist mit einer Holztäfelung versehen. Die Heizung der Halle erfolgt durch Gasöfen, welche am meisten Gewähr dafür zu bieten schienen, daß die Halle im Bedarfsfall rasch erwärmt werden kann.

Das Dienstwohngebäude enthält die Wohnung des Direktors und des Pedellen. Da für beide Wohnungen völlig getrennte Eingänge notwendig waren, mußte jede der in mehreren Geschossen untergebrachten Wohnungen eine eigene Treppe erhalten, doch ist durch Notthüren Vorkehrung getroffen, daß bei Feuersgefahr von jeder Wohnung aus auch die andere Treppe in jedem Geschoß erreicht werden kann.

In die Wohnung des Direktors tritt man von der Schulfront aus in der Achse des Verbindungsganges. Durch ein Vestibule und eine Glasthüre gelangt man in das Treppen- haus, welches möglichst wohnlich ausgestattet und geheizt mit seinen beiden zu Korridoren erweiterten Podesten die Verbindung zwischen den im Erdgeschoß belegenen Zimmern und dem oberen eigentlichen Wohngeschoß bildet. Im Erdgeschoß befindet sich das mit