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Herrn Karl Hermann. Er hat mit tiefem Verständnis den alten Dichter ergriffen und mit der ihm eigenen Gestaltungskraft unsere Schüler, die wir ihm mit vollem Vertrauen auf seine künstlerische Führung überließen, zu gleicher Auffassung und gleicher Wiedergabe befähigt. Unseres herzlichsten Dankes ist er gewiß, und wir können uns nichts Besseres wünschen, als daß die Verbindung mit solch einem edel denkenden schaffenden Künstler, der an seinen Beruf den höchsten Maßstab legt, für unsere Schule noch weitere Früchte trage. Den Gesang der Chöre hatte der ordentliche Lehrer an unserer Anstalt, Herr Dietrich Schmidt, eingeübt. Das Urteil der berufensten Vertreter des Gesanges in dieser Stadt giebt uns die Gewißheit, daß diese Leistung auf der Höhe stand, die des großen Werkes würdig war.
Am Abend des 8. Januar wurde eine Wiederholung der Aufführung, wiederum bei überfülltem Saale, gegeben, und doch konnten wir zu unserm herzlichen Bedauern nicht die noch zahlreichen Wünsche derer befriedigen, die gleichfalls gerne an diesem Genusse teil- genommen hätten. Wir bitten sie, uns zu entschuldigen, wenn wir durch die Notwendigkeit gezwungen ihrer Erwartung nicht haben entsprechen können, und darum ihre Freundschaft unserer Schule nicht zu entziehen.
Am Abend des Samstag, des 9. Januar, beschloß ein geselliges Zusammensein der An- gehörigen des Goethe- und Lessing-Gymnasiums, welchem Herr Bürgermeister Dr. Heussen- stamm und Herr Stadtrat Grimm die Ehre ihrer Teilnahme schenkten, die Reihe der Festlichkeiten, die der Neuorganisation der beiden städtischen Gymnasien und der Einweihung unseres Hauses galten.
Baubeschreibung.
Herr Bauinspektor Frobenius in Charlottenburg, der Erbauer des Goethe-Gym- nasiums, hat die Güte gehabt, uns die nachfolgende Baubeschreibung zur Verfügung zu stellen:
Der Thatkraft der berufenen Vertreter der städtischen Behörden, dem Herrn Ober- bürgermeister Adickes und dem Vorsitzenden des Kuratoriums, Herrn Stadtrat Grimm, die in hervorragender Weise von den Organen der Bau-Deputation und dem Stadtarzt, Herrn Geheimen Sanitätsrat Dr. Spieß unterstützt waren, gelang es den geeigneten Bauplatz zu finden, der nach seiner Gestaltung wohl Schwierigkeiten bot, durch seine Lage aber bestimmt schien, den Mittelpunkt eines neu entstehenden Stadtviertels zu bilden und zugleich von den belebtesten Teilen der älteren Stadt unschwer zu erreichen war. Ein Programm wurde aufgestellt, welches, in räumlicher und hygienischer Beziehung alles Beste beanspruchend, höchste Anforderungen stellte, zumal die ästhetische Seite des Bauwerks programmäßig nicht in den Hintergrund gedrängt werden qurfte.
Dem öffentlichen Wettbewerb, welcher am 15. Februar 1893 ausgeschrieben wurde und am 8. Juli 1893 seinen Abschluß fand, erwuchs gerade aus diesen Schwierigkeiten ein besonderes Interesse.
Der Unterzeichnete war so glücklich, aus diesem Wettbewerb als Sieger hervor- zugehen, und noch glücklicher dadurch, daß ihm von den städtischen Behörden auch die Ausführung des Baues nach den nur wenig abgeänderten Plänen anvertraut wurde. Bereits


