Aufsatz 
M. Henrici Hirtzwigii Rectoris de Gymnasii Moena-Francofurtani ratione et statu ad Balthasarem Mentzerum epistola : mit Einleitung und Übersetzung / von Karl Reinhardt
Entstehung
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Latein geschrieben, wird hier die Lehre kalvinistischer Theologen, dass Gott selbst die Menschen zur Sünde und ewigen Verdamnis im voraus bestimme, in ihrer ganzen Schärfe nach den reformierten Quellen dargestellt und widerlegt. Mit ihrer Methode und ihren logischen Beweismitteln steht die Schrift auf dem Boden der mittelalterlichen Scholastik, wie die meisten dogmatischen Schriften jener Zeit. Im allgemeinen ist ihr Ton ruhig und sachlich, was nicht hindert, dass die reformierte Lehre alsSchreckliche Gotteslästerung und Calvin selbst als Belial bezeichnet wird.

An der Spitze der Abhandlung steht eine poetische Widmung an den Hofprediger D. Heinrich Leuchter in Darmstadt. Da dieselbe Hirtzwigs Beziehung zu diesem wie zu Mentzer kennzeichnet und zugleich einen Begriff giebt von dem Schwulst und der possier- lichen Gespreiztheit der damaligen sogenannten lateinischen Dichtung, so möge sie hier wiedergegeben werden:

Gloria Marpurgi quondam praesplendida: Doctor inclyte: Mecoenas suscipiende mihi.

Accipe Mentzeri, me transmittente, labores: Mentzeri, cujus nomine Giessa viret.

Et quamvis contra torpens infrendeat Orcus, Es prodat bilem, dente minace, suam:

Non tamen haec unquam curabunt fulgura pelvis, Vivificum quotquot pectora flamen agit.

Mentzeri labor est: At tu clarissime Doctor Accipiasque mea suscipiasque manu.

Atque favore tuo me complectare, meumque Promoveas studium dexteritate tua.

Gratus ero, quocunque dabunt se tempore vires: Gratus ero(certum est) floridiore modo:

Majori quando me sorte Jehova bearit, Et me clementer fecerit, esse meum.

Interea cum prole tua, caraque marita Foenora continuae prosperitatis habe.

Pluribus haud opus est: unum tantummodo dicam: Ardua Darmstadii gloria, vive diu.

R. V. D. Observantissimus M. Henricus Hirtzwigius.

pro virili reddet M. Henricus Hirtzwigius Hainensis Wetteravius. In auditorio Theologico XXIV. die Julii, horis pomeridianis. Giessae Hassorum. Exc. N. Hampelius, Typ. Ac. 1607. Es ist bemerkenswert, dass lhier bereits die Academia Giessena genannt wird. Das kaiserliche Privileg wurde am 19. Mai 1607 unterzeichnet und am 6. Juni dem hessen-darmstädtischen Kanzler eingehändigt, der es am 29. Juli nach Darmstadt unter allgemeinem Jubel brachte.(Nebel, Vorzeit 1828 S. 130 ff. Geist, Progr. Giessen 1845 S. 6.) Die feierliche Einweihung der Universität fand am 7. Oktober durch den Landgrafen selbst statt; am 8. Oktober wurde von dem kaiserlichen Privileg zuerst Gebrauch gemacht und 28 Doktoren und Magister feierlich ausgerufen. Da Hirtzwig sich auf dem Titel der Schrift Magister nennt, so muss er diesen Grad bereits in Marburg erworben haben.