Aufsatz 
Statistische Rückschau auf 100 Semester Realschule in der Hedwigstrasse zu Kassel
Entstehung
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. Gally, Paul, geboren am 18. Juli 1856 zu Chemnitz, beſuchte bis O 75 die R I O ſeiner Vater⸗

ſtadt, ſtudirte in Leipzig Math., Naturwiſſenſchaften und Geographie, beſtand 12. VII. 80 die Lehr⸗ amtsprüfung in Leipzig und 27. I. 88 u. 15. II. 89 Erweiterungsprüfungen zu Marburg. Bis O. 89 war er Lehrer an der von Hartung'ſchen Militärvorbereitungsanſtalt dahier, trat dann an der R zunächſt als Probecandidat ein, wurde darauf Hülfslehrer und iſt ſeit 1. X. 90 im Genuß einer ord. Lehrerſtelle.

Gieſe, Georg, geboren am 26. Juli 1845 zu Haueda im Kr. Hofgeismar, beſuchte von O 6169 die Malerakademien zu Kaſſel und München, war von O0 7477 an der hieſigen R I O als Zeichenlehrer thätig und verſah nach Neumanns Abgang an unſerer Schule die erſte Zeichenlehrer⸗ ſtelle bis zu dem 1. VII. 79 erfolgten Eintritt Müllers, blieb aber weiter bis 1. X. 79 beſchäftigt. Von der hieſigen Akademie ſind ihm mehrere Auszeichnungen verliehen worden: 2 ſilberne Denk⸗ münzen und die große ſilberne Medaille.

Götz, Wilhelm, geb. 29. December 1848 zu Binningen, Canton Baſel⸗Land, wo ſein Vater Arzt war. Er beſuchte die G zu Fulda und Marburg, ſtudirte in Marburg von 186871 und war dann als Erzieher im Hauſe eines preuß. höheren Officiers in Frankreich thätig. Vom 16. X. 72 ab vertrat er bis zu den Sommerferien 73 den beurlaubten beauftr. Lehrer Koppen. Er iſt jetzt Director der Secundärſchule in Waldenburg, Schweiz, Canton Baſel⸗Land.

Dr. Gräfe, Heinrich, geb. am 3. März 1802 zu Buttſtädt in Thüringen. Er beſuchte zuerſt die ſog. lateiniſche Schule ſeiner Vaterſtadt und trat dann 1815 in die Secunda des G zu Weimar ein. Während der Jahre 1820 bis 1823 ſtudirte er in Jena Mathematik, Theologie und Philoſophie, beſtand im Jahre 1823 die Candidatenprüfung, wurde als Geiſtlicher ordinirt und erhielt in dem⸗ ſelben Jahre die Collaboratur an der Stadtkirche zu Weimar, mit welcher Kirche damals noch das G verbunden war, an deſſen unteren Klaſſen Gr. zu gleicher Zeit zu unterrichten hatte. 1825 trat er ganz in das Schulfach über, indem ihm, dem erſt 23jährigen Schulmann, das Rectorat der Stadt⸗ ſchule in Jena übertragen wurde. Er organiſirte dieſelbe neu, indem er ſie in eine Volksſchule und eine Bürgerſchule mit Realklaſſen gliederte. 1840 erhielt er den Titel Bürgerſchuldirector und wurde zugleich Profeſſor der Pädagogik an der Univerſität Jena. 1842 folgte er einem Rufe hierher, wo er zunächſt die Bürgerſchulen neu zu organiſiren hatte, und dann 1843 die Realſchule ins Leben rief, deren Director er nun wurde. Zugleich war er Mitglied der Stadtſchulcommiſſion und In⸗ ſpector der Volks⸗ und Freiſchulen. 1848 wurde er Mitglied der Oberſchulcommiſſion, arbeitete als Vertrauensmann des Märzminiſteriums(Eberhard) den Entwurf eines Schulgeſetzes für Kurheſſen aus und bemühte ſich, um ſeine Entwürfe an mitentſcheidender Stelle vertheidigen zu können, auch um die für die Neugeſtaltung des Schulweſens nötigen Mittel erlangen zu helfen, um einen Sitz in der Ständeverſammlung. Im Juli 1849 erreichte er dies Ziel.Die Schulreform trieb ihn in den Landtag, und die Landtagswirkſamkeit ſollte ihn ſchließlich aus ſeinen Schulämtern treiben. Noch war Gräfe Realſchuldirector, Mitglied der ſtädtiſchen Schulbehörde, Inſpector der Freiſchulen und Landtagsabgeordneter. Mitglied der Oberſchulcommiſſion war er nicht mehr, denn Haſſenpflug, der Miniſter der Reaction, hatte jene gleich nach ſeinem Eintritt aufgelöſt. Nachdem im Juni 1850 der Ständeverſammlung das Gleiche widerfahren, Gräfe aber auch wieder in die neue Kammer gewählt worden war, und, als dieſe nach 7tägiger Thätigkeit(26. VIII. bis 2. IX. 50) ihr Ende fand, mit vier anderen verfaſſungstreuen Heſſen die Stelle eines Mitgliedes des permanenten landſtändiſchen Ausſchuſſes erhalten hatte, ließ Haſſenpflug dieſe Mitglieder verhaften(5. III. 51), Gräfe empfing ſeine Entlaſſung aus der Stadtſchulcommiſſion und ſeine Entbindung von der Inſpection der Frei⸗ ſchulen. Am 19. Februar 1852 verurtheilte ihn das Kriegsgericht(unſeres Wiſſens haupt⸗

ſächlich aus bayeriſchen und öſterr. Officieren zuſammengeſetzt) wegen ſeiner SchriſtDer Ver⸗