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15. VIII. 79 den Titel Director, nachdem ihm ſchon durch Patent vom 2. V. 77 das Prädicat Profeſſor verliehen worden war. Lange Zeit war er Mitglied der Prüfungscommiſſion für Rectoren und Mittelſchullehrer. Er iſt am 27. October 1887 einem Herzſchlag erlegen.(lleber ſeine Wirk⸗ ſamkeit vergl. den Nekrolog von Dr. A. in Ztſchr. f. math nat. Unterr. XIX. S. 74—75. Leipzig 1888).— Er ſchrieb:
Ueber die Gleichungen zwiſchen Bogenlänge und Neigungswinkel der Tangenten für die Kegelſchnittslinien und einiger anderer Curven. Inaug.⸗Diſſert. Marburg 1863.— Die Lehranſtalten Kaſſels. In„Führer durch Kaſſel Feſtſchrift ꝛc.“ Kaſſel 1878...
Dr. Clemen, Karl Friedrich Wilhelm, war geb. zu Schmalkalden am 23. Aug. 1804. Vorgebildet zur Univerſität auf der Schule ſeiner Vaterſtadt und den Gymnaſien zu Kaſſel(1821) und Hersfeld, ſtudirte er von 1822 an in Leipzig Philoſophie und Theologie und widmete nach Abſolvirung des Trienniums noch 3 weitere Jahre ſeiner wiſſenſchaftlichen Ausbildung. 1828 erwarb er ſich zu
Leipzig die philoſophiſche Doctorwürde und betrat H 28 in Marburg die Laufbahn eines akademiſchen
Lehrers. O 29 verließ er jedoch Marburg und nahm die mit der Leitung verbundene erſte Lehrer⸗ ſtelle an der Bürgerſchule in Rinteln an. 1830 erhielt er vom Kurfürſten das Prädicat eines Rectors. Der hieſigen Realſchule gehörte er als ord. Lehrer von ihrer Eröffnung bis 15. III. 55 an. Durch Regierungs⸗Beſchluß vom 10. VII. 52 war er mit der einſtweiligen Verſehung der Rectorſtelle beauftragt, die er thatſächlich ſchon 1 Jahr lang verſehen hatte(vergl. Gräfe). Bis zu ſeinem am 8. VI. 65 erfolgten Tode war er Inſpector der 1855 gegründeten Bürgermädchenſchule da⸗ hier. Eine Selbſtbiographie enthält Strieder⸗Juſti, Grundlage ꝛc., Marburg 1831, S. 61. Schriften: Die Hoffnung auf Unſterblichkeit. Leipzig 1824.(1. Predigt).— Rationalismus und Supernaturalismus in ihrer Beziehung zum Chriſtenthum und zur proteſtantiſchen Kirche. Leipzig 27.— Pädagogus. Eine philoſ.⸗ theol. Zeitſchrift. Ebenda 29.— Die Rationaliſten ſind doch Chriſten. Altenburg 29.— Die Offenbarung Gottes im menſchlichen Gemüthe. 3 Predigten. Rinteln 30.— In dieſer Zeit war er auch Mitarbeiter an Jahn's Jahrb. Phil. Päd. und an Glanzow's Levana, ſowie auch an der Allgem. Kirchenzeitung.— Abhandlung aus dem Gebiet des Volksſchulweſens. Rinteln 1831.— Schulreden nebſt einer Abhandlung über Schulfeierlichkeiten. 1843.— Geographie von Paläſtina. Kaſſel 1844.— Mit Gräfe gab er ein deutſches Leſebuch und das Kaſſelſche Schulblatt heraus(ſiehe unter Gräfe), mit Röth hat er einen Leitfaden zum Unterricht in der Weltgeſchichte bearbeitet.— 1848 erſchien von ihm: Kurheſſiſche Lehreradreſſe, mit Einleitung und Erläuterungen begleitet.— Die„Lehrer⸗ ſtimmen gegen die ſchulfeindlichen Umtriebe und die Anklage gegen Dr. Gräfe von Seiten der pietiſtiſch⸗myſtiſchen Parthei im kurheſſiſchen Lehrerſtande“, Kaſſel 49, dürften ihn auch zum Verfaſſer haben.— 1861 erſchienen von ihm noch 8 Schulreden. Credé, Ludwig, geboren zu Bettenhauſen am 29. April 1832, beſuchte die hieſige R bis 1846 (vergl. unten Abiturienten Nr. 51), dann die höhere Gewerbeſchule bis 1849, und vom H dieſes Jahres bis O 51 die Univerſität Marburg. Nachdem er am 16. X. 52 die Reallehrerprüfung, dann ſein Practicantenjahr an der hieſigen Gewerbeſchule, 15. X. 61 auch die allgemeine Lehrer⸗ prüfung abſolvirt hatte, wirkte er von da bis O 1872 als Conrector in Witzenhauſen. 1. IV. 72 wurde er hier beauftragter, 1. VII. 73 ordentlicher Realſchullehrer. Seit 1890 iſt er Mitglied des außerordentlichen Bürgerausſchuſſes der Reſidenzſtadt Kaſſel. Deiß, Heinrich, geboren am 21. December 1849 zu Allendorf in der Wüſte, Kreis Hersfeld, beſuchte von H 66 bis dahin 69 das Schullehrer⸗Seminar in Schlüchtern, beſtand am 5. X. 69 daſelbſt die Abgangsprüfung und am 17. IV. 72 die zweite, practiſche Lehrerprüfung. Er war als Lehrer folgeweiſe angeſtellt zu Niederkaufungen(16. XI. 69 bis 1. IV. 73), Balhorn(bis 1. VII. 73), Kaſſeler luther. Waiſenhaus(bis 1. IV. 75), von wo er als ord. Lehrer an die Vorſchule der damaligen HB verſetzt wurde. Nach Abtrennung jener ging er 1882 an die allgemeine ſtädtiſche Vorſchule über, legte 27. II. 83 die Turnlehrerprüfung in Berlin ab, war von 1888—90 zugleich an der zweiten ſtädtiſchen R beſchäftigt und iſt jetzt Lehrer an der Bürgerſchule I.— Er componirte: 12 Lieder für gemiſchten Chor z. Thl. im Selbſtverlag, z. Thl. bei F. Keßler hier erſchienen, 2 aufgenommen in Glasberger's geiſtl. u. weltl. Geſänge; ferner 4 Hymnen für Männerchor, ſowie einige Tänze u. Märſche für das Piano.


